Nachdem ich an der Griffith University für das Graduate Certificate in Business und – mit Vorbehalt im Anschluss an das bestandene Graduate Certificate – für den Master of Business angenommen wurde, musste ich mich um viele Dinge kümmern, um mein Studium in Australien aufnehmen zu können. Da ich zu dieser Zeit noch Vollzeit arbeitete, war es gar nicht so einfach, all die notwendigen Dinge unter einen Hut zu bekommen.

Reisepass, Visum, Unterlagen, formelle Dinge

Als erstes habe ich meinen Reisepass gecheckt und kontrolliert, ob dieser auch für die gesamte Zeit meines Aufenthaltes Down Under gültig ist. Glücklicherweise war er zu dieser Zeit noch 4 Jahre gültig und ich musste mir keinen neuen Pass ausstellen lassen. Danach habe ich direkt mein Visum beantragt. Die Beantragung für ein Visum nach Australien geht nur Online. Als Student muss braucht man ein Studentenvisum, das für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein muss. Das Beantragen meines Visums war gar nicht so einfach, da es sich bei meinem Studium um zwei verschiedene Studiengänge handelt (erst das Certificate und anschließend der Master). Doch glücklicherweise hat das alles so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe und ich habe das Visum für die gesamte Studienzeit von 1,5 Jahren bekommen – somit musste ich das Visum nicht zwei Mal bezahlen, denn jeder Antrag wird berechnet.  Die zuständige Behörde war mir dabei sehr behilflich: zwei kurze Anrufe und alles war erledigt.

Danach habe ich mich um weitere Unterlagen gekümmert. Beispielsweise habe ich meiner Mutter eine Vollmacht ausgestellt. Falls es in Deutschland etwas Wichtiges für mich zu unterschreiben gäbe, könnte sie dies nun in meinem Namen und meiner Abwesenheit erledigen. Außerdem habe ich mir einen internationalen Führerschein ausstellen lassen. Mir war auch sehr wichtig, dass ich in Australien Geld ohne Gebühren abheben kann, also habe ich nach einem Konto mit kostenloser Kontoführungsgebühr und kostenfreien Abhebungen im Ausland – auch außereuropäisch – gesucht. Auch hier wurde ich schnell fündig. Beispielsweise gibt es bei der Postbank verschiedene Konten, die diesen Service anbieten (bis zu 10-mal kostenfrei pro Jahr). Gleichzeitig habe ich mich um eine Kreditkarte gekümmert, da ich vorher noch keine hatte und man diese insbesondere für Reisebuchungen wie Hostels oder Mietwagen benötigt.

Als ich alle Unterlagen zusammen getragen hatte, habe ich Kopien von meinem Reisepass und meinem Führerschein angefertigt. Einen Satz der Kopien habe ich meiner Mutter ausgehändigt, den anderen habe ich zu meinen Reiseunterlagen gelegt. Zudem habe ich Kopien meiner Zeugnisse zu den Unterlagen gepackt – vielleicht sind diese ja für eine Bewerbung Down Under notwendig. Sicher ist sicher.


Flug buchen und persönlichen Abholservice in Australien anfordern

Wer zuerst kommt, malt zuerst – also habe ich mich direkt um einen Flug gekümmert. Nachdem es für meine Aufenthaltsdauer von 1,5 Jahren nicht möglich ist, einen Hin- und Rückflug zu buchen, habe ich nur einen Hinflug gebucht: one way Australia. Ich hatte Glück, denn dadurch, dass ich relativ früh dran war, habe ich einen Flug für 450 Euro gefunden, natürlich mit Studententarif. Nachdem ich meinen Flug gebucht hatte, konnte ich mich bei der Griffith University um den Abholservice kümmern – jeder internationale Student der Griffith University hat bei der ersten Ankunft Down Under die Möglichkeit, sich kostenlos von einem Mitarbeiter der Universität am Flughaben abholen und zu einem Hotel oder einer anderen Unterkunft bringen zu lassen. Hierfür benötigt man die Confirmation of Enrolment und die Flugnummer. Das Formular findet man Online auf der Internetseite der Universität. Ich habe den Abholservice genutzt und war begeistert. Meine Kontaktperson wartete am Ausgang des Flughafens auf mich und brachte mich schnell, kostenfrei und bequem zu meinem Hotel. Nach einer so langen Reise ist das ein super Angebot, das man auf jeden Fall nutzen sollte. Sicherlich wird dieser Service auch von anderen Universitäten angeboten.


Ärzte aufsuchen und Medikamente verschreiben lassen

Einige Monate vor der Abreise bin ich zu meinem Hausarzt gegangen und habe diesen nach Impfungen und sonstigen Vorbereitungen aus ärztlicher Sicht gefragt. Besondere Impfungen sind für Australien nicht notwendig. Glücklicherweise mussten bei mir auch keine Auffrischungen oder sonstiges gemacht werden. Man sollte den Arzt aber möglichst bald aufsuchen (spätestens sechs Monate vor Abreise), falls Auffrischungen anstehen, damit diese noch vor der Abreise gemacht werden können. Kurz vor der Abreise bin ich nochmals zu anderen Ärzten gegangen, habe mir meine notwendigen Medikamente geben lassen und habe außerdem meinen Zahnarzt aufgesucht. Bei der für Studenten vorgeschriebene Krankenversicherung Down Under sind Zahnarztbesuche nicht mit eingeschlossen. Eine Zusatzversicherung, in der zahnärztliche Behandlung abgedeckt wäre, müsste man extra abschließen. Deshalb rate ich jedem, der für längere Zeit nach Australien geht, rechtzeitig  vor der Abreise und unmittelbar vor dem Abflug, nochmals den Zahnarzt aufzusuchen oder sich um die Zusatzversicherung zu kümmern. Außerdem sollte man seinen Allergiepass und seinen Impfpass heraussuchen und diese mit zu den Reiseunterlagen legen. Auch hier sollte man lieber auf Nummer sicher gehen.


Finanzierung des Auslandsstudiums in Australien

Während all dieser Vorbereitungen habe ich mich gleichzeitig um die Finanzierung meines Australien Studiums gekümmert. Ich hatte einiges gespart und konnte auch weiterhin auf das Kindergeld und eine kleine Unterstützung meiner Familie zählen. Allerdings hätte das nicht ausgereicht. Deshalb habe ich mich nach Stipendien und gleichzeitig auch nach Studienkrediten umgeschaut. Ich habe ein Stipendium von der Griffith University für deutsche Studenten gefunden. Die Auswahlkriterien habe ich alle erfüllt, nur wurden für die Bewerbung sehr viele Unterlagen verlangt. Nichtsdestotrotz habe ich mich an die Bewerbung gemacht. Ich musste mich um mehrere Referenzen kümmern, den Bewerbungsbogen ausfüllen und ein Motivationsschreiben aufsetzen. Die Bewerbung hat mich einiges an Zeit und Mühe gekostet, doch letztendlich hat sich alles ausgezahlt: wenige Wochen vor meiner Abreise habe ich eine Brief erhalten, in dem mir die Griffith University die Zahlung der Studiengebühren für das erste Semester zusicherte. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Die Mühen haben sich also gelohnt und zumindest waren das erste Semester durch das Stipendium und das zweite Semester durch die Ersparnisse gesichert. Für das dritte Semester stehen jetzt noch meine Familie, ein Job während der langen Sommersemesterferien und auch ein potentieller Studienkredit bereit.


Verträge im Heimatland kündigen

Gegebenenfalls muss man bestehende Verträge im Heimatland kündigen oder einfrieren. Beispielsweise haben viele eine Krankenversicherung, die man rechtzeitig kündigen muss, wenn man diese nicht mehr benötigt. Schließlich ist man ja in Australien versichert. Auch Mobilfunkverträge sollte man kündigen. Wenn dies nicht möglich ist, da man diesen erst verlängert hat, kann man den Vertrag oftmals stilllegen – meistens für höchstens ein Jahr, oftmals aber auch für die gesamte Dauer des Auslandsstudiums. Beispielsweise hatte ich einen Vertrag bei o2 und nach einigen Telefonaten war es mir möglich, meinen Vertrag für 1,5 Jahre stillzulegen. Je nach Wohnverhältnis muss man natürlich auch seine Wohnung kündigen und einen Umzug vorbereiten – das war bei mir allerdings nicht notwendig, da ich nach meinem Bachelorstudium nochmals bei meinen Eltern eingezogen war. Ich war außerdem Mitglied bei einem Online-DVD-Verleih und musste die DVD-Lieferungen rechtzeitig abbestellen. Sicherlich hat jeder noch andere Verträge, wie zum Beispiel für das Fitnessstudio oder Pay TV, aus denen er vor der Abreise aussteigen sollte, um Kosten zu sparen.

Unterkunft für die erste Woche

Kurz vor dem Abflug habe ich mich um eine Unterkunft für die erste Woche gekümmert. Hier hatte ich Glück und ich habe ein schönes, günstiges Hotel gefunden, von welchem  ich meine ersten Erledigungen Down Under ausführen konnte. Bei der Wahl des Hotels sollte man auf die Lage achten (zentrumsnah, Nähe der Universität, gute Anbindung) und auch darauf, ob es Internet gibt, welches notwendig ist, um dann vor Ort nach einer dauerhaften Unterkunft zu suchen. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es ohne Internet kaum geht, außer man sucht ein Internetcafe auf – eine Internetverbindung im eigenen Hotel ist jedoch wesentlich praktischer. Zudem  kann man bereits von Europa aus im Internet nach einer dauerhaften Unterkunft in Australien suchen und kurz vor der Abreise zumindest Besichtigungstermine für die ersten Tage Down Under vereinbaren. Diese Vorplanung erleichtert einem die Suche nach einer Wohnung.

Keine Zeit verschwenden

Es hat sich gezeigt, dass es unbedingt notwendig ist, sich rechtzeitig um alle Dinge zu kümmern. Wenn man erst mal die Zulassung für das Studium hat, dauert es noch eine Weile, bis man die Confirmation of Enrolment erhält, die beispielsweise für die Beantragung des Visums notwendig ist. Daher sollte man sich auch rechtzeitig bewerben und sich schnell für eine Universität entscheiden. Danach sollte man nicht warten, bis die Reise nur noch wenige Wochen vor einem liegt, sondern schnell alles Wichtige erledigen. So fühlt man sich doch wesentlich sicherer und kann die letzten Wochen zu Hause genießen.


Abschiedsparty und Kofferpacken

Und wenn man alles frühzeitig erledigt hat, bleibt auch noch genügend Zeit, alle Freunde einzuladen und eine Abschiedsparty zu feiern. Schließlich wird man für eine längere Zeit weg sein. Das sollte man auch beim Kofferpacken beachten. Ich habe mir eine Liste angefertigt und alles aufgeschrieben, was ich unbedingt dabei haben wollte. Beim Anfertigen der Liste habe ich einfach jede Schublade in meinem Zimmer geöffnet und nachgesehen, was ich nicht missen will. Vorher habe ich bei meiner Fluggesellschaft angerufen und diese nach dem zulässigen Gewicht meines Koffers gefragt. Auf meinem Flugticket standen nur 20 kg, durch einen Anruf bei der Fluggesellschaft habe ich aber erfahren, dass ich 30 kg Freigepäck mitnehmen darf. Auch das sollte man also beachten. Letztendlich habe ich nichts wirklich Wichtiges vergessen – ich musste mich nur gegen einige Dinge entscheiden, da ich viel zu viel mit auf mein Abenteuer nehmen wollte. Rückblickend kann ich sagen, dass meine Reisevorbereitungen richtig gut liefen. Auch wenn ich einiges dazugelernt habe, so habe ich keine größeren Fehler gemacht und kann nun meinen Auslandsaufenthalt auf dem fünften Kontinent in vollen Zügen genießen.

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