Nach 1 1/2 Wochen hab ich Perth verlassen, um nach Donnybrook, was etwa vier Stunden suedoestlich von Perth liegt, zum fruit picken zu gehen. Donnybrook ist ein verschlafenes, kleines Kaff, was auch gut war, denn somit gibt man auch weniger Geld aus. Am naechsten Tag, nachdem ich im Working Hostel eingecheckt hatte, bekam ich auch schon Arbeit. Mit ein paar anderen Maedels, drei Deutschen und zwei Englaenderinen, ging es auf eine Farm zum Birnen pfluecken. Der Farmer kam aus der Schweiz, aber konnte kein Deutsch. Wir hatten gleich einen super Einsteig, es regnete naemlich erstmal fuer eine Viertel Stunde und wir hatten noch net mal richtig angefangen. Ich hatte schon befuerchtet, dass der ganze Tag ins Wasser faellt, was dann keine Arbeit bedeutet und somit auch kein Geld gibt. Aber nach dem Regenschauer konnten wir wieder loslegen. Wir waren dann zwar alle ganz schoen durchnaesst von den Nassen Baeumen und Birnen, aber das legte sich am Nachmittag als die Sonne rauskam. Da wurde es schoen warm. Die naechsten Tage war es vom Wetter her angenehm zu arbeiten, nicht zu kalt und nicht zu warm. Zwischendurch aenderte sich das aber auch mal und es wurde am Nachmittag richtig warm – ueber 30 Grad, aber mit leichtem Wind. Allerdings aenderte sich das auch wieder. Wir hatten wegen Regen auch mal einen Tag Auszeit und zwei Mal mussten wir deswegen eher aufhoeren. Insgesamt verbrachten wir zwei Wochen bei dem Farmer, der urspruenglich aus der Schweiz stammt. Wir pflueckten Birnen Tag fuer Tag acht Stunden lang. Nur an einem Tag hatten wir etwas Abwechslung, da pflueckten wir am Vormittag Aepfel und am Nachmittag und den Morgen am Tag darauf Pflaumen. Am Freitag war Zahltag, dazu gingen wir und ein paar andere Arbeiter zum Haus des Farmers und genehmigten uns ein schoenes, kaltes Feierabendbier, waehrend er die Schecks ausfuellte. Das Birnen pfluecken war eine recht angenehme Arbeit, zwar ziemlich monoton, aber naja. Dafuer brachte der Hund vom Farmer etwas Abwechslung. Der brachte Birnen und sonstige Sachen angeschleppt und man musste sie werfen, damit er hinterherjagen konnte. Der war ein richtiges Energiebuendel, er konnte gar net genug davon bekommen. Einer von den beiden Hunden stoeberte aber auch gerne in den Taschen nach Essbarem. Eines Tages war die Brotzeitdose von einer Deutschen ein paar Meter weiter weggelegen und gepluendert, nur die Salatblaetter waren uebrig. Das war dem Hund wohl doch zu gesund. Naja, zwei Tage spaeter war ich faellig. Leider klaute er mir nicht nur das Essen, sondern er versteckte die ganze Tuete auf nimmer Wiedersehen. Dem Raeuber sind meine Sandwiches, Sonnencreme, Sonnenbrille und Handschuhe zum Opfer gefallen. Ich lief sogar einige Reihen des riesigen Birnen- und Pflaumenfeldes ab, aber vergebens. Nur der Hund allein weiss, wo die Sachen jetzt sind. Beim Pfluecken wurde ich auch mal wieder von Wespen gestochen. Die Bauen ihre Nester so bloed in den Baum, dass sie ueberhaupt net auffallen. Einmal hatte mich es in den linken Ringfinger und am Unterkiefer getroffen. Mein Ringfinger ist einen Tag spaeter angeschwollen. Als das wieder einigermassen weg war, attakierten mich die naechsten und wieder in die linke Hand, aber auf den Handruecken. Auch dieses Mal hatte ich einen Tag spaeter eine Schwellung. Der ganze Handruecken war total dick, sah richtig komisch aus. Schmerzhaft sind die Wespenstiche auch ganz schoen, nicht mit den deutschen zu vergleichen, aber ich habs ueberlebt. Haette ja auch was giftiges sein koennen. Als wir alle Birnenbaeume von dem Farmer abgeerntet hatten, konnten wir bei seinen Eltern weiterarbeiten. Seinen Eltern sprachen deutsch und hatten auch noch andere aus der Schweiz beschaeftigt. Man kam sich dort vor wie in der Schweiz. Auf deren Farm das gleiche Spiel, Birnen pfluecken. Allerdings war es wesentlich einfacher, weil es keine gewoehnlichen Birnenbaeume waren, sondern sie waren an Seile getrimmt. Kann man sich so wie riesengrosse Weinrebstoecke vorstellen. Vom Pfluecken her war es zwar einfacher, aber dafuer war die Hitze fast unertraeglich. In den letzten zwei Tagen mussten wir Mitags abbrechen, weil es 40 Grad waren. Insgesamt verbrachte ich drei Wochen in Donnybrook. Einteils kam es mir vor, als wuerden sie nie vergehen, aber irgendwie sind sie im Nachhinein schon schnell vergangen. Im Hostel hab ich mit den anderen ein bisschen Basketball gespielt, ab und zu abends auch mal das ein oder andere Bierchen getrunken und einige Geburtstage gefeiert. Ausserdem hab ich ein neues Dart-Spiel gelernt, was total viel Spass gemacht hatte und Skat kann ich nun auch so mehr oder weniger, also eher wohl weniger, nur die basics eben. War eine sehr schoene Zeit in dem Hostel und nach den drei Wochen, war es komisch nun auf einmal zu gehen. Aber nun bin ich zurueck in Perth und am Samstag geht es weiter Richtung Norden, worauf ich mich schon sehr freue. Steffi nimmt Jan, Liza und mich mit in ihrem Auto und ich bin schon sehr gespannt was wir da so alles erleben werden. Jedenfalls ist der Norden ziemlich duenn besiedelt, somit werd ich wohl wieder einige Zeit nichts von mir hoeren lassen. Mit den Bildern wird es wohl zwecks Zeitmangel immer noch net klappen – sorry. Bis die Tage…

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