4. Tag: 07. Sep. 2006 – Shopping und Sightseeing

Die erste Nacht in Australien hatte ich relativ gut geschlafen. Gegen morgen wurde mir kalt. Unter meiner Zimmertür zog es stark durch und eine Heizung gab es nicht. Also packte ich den Fleece-Pulli und die Jogging-Hose aus.

Da ich immer noch keine W-LAN-Verbindung herstellen konnte, ging ich an einen öffentlichen PC des Hostels. So hatten die drei Gutscheine für je eine halbe Stunde surfen, die man mir beim Einchecken geschenkt hatte, doch noch einen Sinn. Nach einer Stunde E-Mails lesen und beantworten machte ich mich auf die Socken, es war schließlich schon spät genug. Einen Plan, was ich mir alles in Brisbane ansehen wollte, hatte ich schon frühmorgens mit Hilfe meines Lonely-Planet-Reiseführers ausgetüftelt.

Ich lief kerzengerade die Ann Street Richtung Innenstadt entlang. Nach ein bis zwei Kilometern erreichte ich die Edward Street von der aus ich die Fußgängerzone Queen St. Mall erreichte. Die sogenannten Foodcourts dort sind die wahre Pracht. Es gibt Salatbars, in denen man sich aus allen möglichen vitaminreichen Zutaten seine eigene Kreation zusammenstellen kann, Stände mit verlockenden Wraps, Sushi-Bars, Kebab- und Burger-Shops, zum Nachtisch Joghurts, Törtchen und Latte Macchiato – auch wenn man eigentlich satt ist, hier bekommt jeder Hunger.

Nach diesen kulinarischen Verführungen widmete ich mich der kulturellen Seite der Stadt. Wie im Lonely Planet empfohlen, startete ich mit der neoklassizistischen Brisbane City Hall, wo man sich über die Geschichte der Stadt informieren kann. Ein Aufzug fährt kostenlos hoch zum Glockenturm. Das ließ ich mir nicht entgehen und genoss die Aussicht über das Stadtzentrum, kurz CBD genannt.

Weiter ging’s dann über die Adelaide St. bis zum Shrine of Rememberance zum Gedenken an die australischen Gefallenen im Ersten Weltkrieg. Von dort aus kommt man an die GPO, das historische Hauptpostamt und ein kleines Stück weiter zur schönen St. Stephens’s Cathedral und St. Stephen’s Chapel, der ältesten Kirche von Brisbane. Danach wanderte ich wieder die Queen St. Mall entlang bis hoch zum Treasury Building, in dem sich heute ein Kasino befindet. Vorbei am noblen Conrad Treasury Hotel im ehemaligen Land Administration Building lief ich bis zum Parliament House von Queensland. Direkt im Anschluss daran begannen die City Botanic Gardens und der Campus der Queensland University of Technology (QUT).

Auf keinen Fall wollte ich es mir entgehen lassen, einen Blick in die Uni zu werfen. Was ich sah, machte Lust auf ein Studium in Australien. Alles war super gepflegt und es gab eine beeindruckende Infrastruktur mit Shops, Cafés, Hallenbad, Kindergarten und vielem mehr.

Leider hatte ich bei so vielen Eindrücken nicht daran gedacht, dass es hier gegen 18 Uhr schon stockdunkel wird. Meinen Spaziergang durch die riesigen City Botanic Gardens verschob ich daher auf den nächsten Tag. Für den hatte ich mir im Tourist Office ein Fahrrad reserviert, das um 8.30 Uhr zu meinem Backpacker-Hostel gebracht werden sollte.

Ich war gespannt, was für ein Gefährt ich bekommen würde. Mit einer alten Gurke rechnete ich aber nicht. Wie schon bei meinem ersten Besuch in Australien vor zweieinhalb Jahren fand ich, dass hier alles viel ordentlicher und sauberer als in Deutschland ist und mehr Wert auf Sicherheit gelegt wird. Rauchen ist fast überall verpönt – für mich als überzeugte Nichtraucherin überaus positiv! Übertrieben erschienen mir die vielen Schilder, die eine Geldstrafe androhen, wenn man seinen Müll auf die Straße wirft oder in der U-Bahn etwas isst.  Aber scheinbar halten sich die Leute dran. Es würde auch niemand die Hinterlassenschaften seines Hundes einfach so liegen lassen, die werden eingepackt und entsorgt. Nicht schlecht!

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