Der Great Sandy National Park befindet sich am südlichen Teil der Ostküste Queenslands, ca. 250 Kilometer nördlich von der Landeshauptstadt Brisbane, und umfasst sowohl einen Teil des Festlandes – das Gebiet zwischen Noosa Heads und Rainbow Beach – als auch die Sandinsel Fraser Island. Er zählt zu den meist besuchten Nationalparks in Queensland – unzählige Menschen aus der ganzen Welt kommen jährlich hierher, um die weltweit größte Sandinsel und das einmalige Ökosystem des Nationalparks zu sehen. Durch seine gute Lage und Erreichbarkeit ist er aber auch für Australier ein äußerst beliebtes Ausflugsziel.

Die Landschaft auf dem Festland ist geprägt von meterhohen Sanddünen, bunt gefärbten Sandsteinklippen und dichten Mangrovenwäldern.

Es besteht die Möglichkeit, die Landschaft mit einem Geländewagen zu erkunden, man kann aber auch an einer Kayaktour auf dem Noosa River von Boreen Point am Lake Cootharaba bis nach Rainbow Beach teilnehmen. Der Carlo Sandblow, eine riesige 120 Meter hohe Sanddüne, ist dabei ein beliebtes Ausflugsziel.

Die wohl bekannteste Attraktion des Great Sandy National Parks ist und bleibt jedoch Fraser Island – die weltweit größte Sandinsel. Sie ist ein Überbleibsel von Sanddünen, die der Passatwind vor Jahrtausenden erschuf. Vor 6.000 Jahren wurden diese Dünen von Wasser überspült, bis auf einen 170 Quadratkilometer großen Bereich, der noch heute aus dem Meer ragt – Fraser Island.

Aufgrund seiner üppigen Terpentinbaum-Bestände wurde die Insel jahrzehntelang ausgebeutet – das wasserdichte Holz war bei Schiffsbauern äußerst geschätzt und der mineralhaltige Sand wurde in großen Mengen abgebaut. Seit 1991 ist Fraser Island jedoch geschützt und gehört zum 540 Quadratkilometer umfassenden Great Sandy National Park.

Von den Aborigines wird die Insel auch „K´gari“ genannt, was soviel wie Paradies bedeutet – nicht zu unrecht, denn die Sandinsel beherbergt neben Dingos, dem seltenen Erdsittich und zahlreichen bunten Vögeln auch viele verschiedene seltene Pflanzenarten – insgesamt über 600 Stück. Obwohl der Großteil der Insel mit Sand bedeckt ist, ist ihr Boden nicht unfruchtbar: So gedeihen im Pile Valley mächtige Baumriesen und am Wanggoolba Creek ein einzigartiger subtropischer Regenwald mit Piccabeen-Palmen und Königsfarnen. A

„ndere Teile der Insel sind bedeckt mit Eukalyptuswald, aber auch mit Busch- und Heidelandschaften. Des Weiteren verfügt Fraser Island über 40 Süßwasserseen, die teils aus Regenwasser, teils aus Grundwasser bestehen. Die meisten dieser Seen eignen sich auch zum Baden, anders als das Meer, das die Insel umschließt: Starke Strömungen, gefährliche Soge und Haie mindern hier den Badespaß. Die Küsten sind gesäumt von Mangrovenwäldern und in den Gewässern leben neben Haien auch Dugons, Delfine, Buckelwale, Rochen und Meeresschildkröten.

Der beliebteste See nennt sich Mc Kenzie: Sein azurblaues Wasser und der weiße Sand locken täglich viele Besucher an. Wer es lieber etwas ruhiger mag, stattet dem Lake Wabby, dem tiefsten See der Insel, einen Besuch ab. Eine weitere Option ist der Elli Creek, dessen kristallklares Wasser direkt ins Meer fließt und gegen dessen Strömung Aale, Frösche und viele kleine Fische schwimmen.

Zu den besten Aussichtsplätzen auf der Insel zählen der Waddy Point, der Wungul Sandblow und die Kingfisher Bay. Von hier aus überblickt man weite Teile der Insel und kann die atemberaubenden Eindrücke fotografisch festhalten. Einer der beliebtesten Fotomotive ist jedoch das Wrack der Maheno, ein Passagierschiff welches zu einem japanischen Schrottplatz gebracht werden sollte, von einem Wirbelsturm aber an die Küste von Fraser Island gespült wurde.

Längst haben viele Tourenanbieter das Potenzial der Insel erkannt und bieten verschiedene Touren mit Geländewagen an, die allesamt über einen Allradantrieb verfügen. Hauptsächlich gibt es zwei Arten, die Insel zu erkunden: Geführte Touren mit Guide und nicht geführte Touren für Selbstfahrer ohne Guide.

Die meisten Touren starten in Rainbow Beach und Hervey Bay an der Ostküste, wo zwischen Mitte August und Mitte Oktober Buckelwale beobachtet werden können. Aber auch von Brisbane aus starten einige Touren. Übernachtet wird entweder auf einem der angelegten Campingplätze, die auch über einfache sanitäre Einrichtungen verfügen, oder auf gekennzeichneten Strandabschnitten.

Wer sich für die Strandabschnitte entscheidet, sollte jedoch die Gezeiten im Auge behalten – so mancher Inselbesucher ist schon mit seinem Wagen im weichen, nassen Sand stecken geblieben. Lagerfeuer sind leider nur auf bestimmten Campingplätzen erlaubt, allerdings bietet der klare abendliche Sternenhimmel eine gute Alternative zur romantischen Stimmung am Lagerfeuer.