Ende Februar haben wir uns zu einem Surftrip entschlossen, der uns über viele Etappen hoch nach Byron Bay (SPIEGELARTIKEL) bringen soll. Einige Surfstunden wollten wir ohnehin nehmen und da wir den März in Airlie Beach ( Whitsundays) geplant hatten, bietet sich so ein Sufrtrip ja klasse an! In dem Angebot sollten Akkomodation, Ausrüstung, Verpflegung und natürlich auch Surfstunden enthalten sein!!!!!!!!! Und kosten sollte so ein Trip (fast egal bei welchem Veranstalter) ca. 500 Aussie Dollar!!!!! natürlich gibt es auch nur Tagesausflüge.

Wie schon gesagt gibt es viele verschiedene Veranstalter . Je nachdem ob man mehr Party oder mehr surfen will, haben die verschiedenen Schulen ihre Schwerpunkte gesetzt.

Der Plan ist von Sydney aus mit SURFARIS nach Byron Bay zu surfen und von dort aus einen Bus nach Brisbane zu nehmen, um dort ein Flugzeug zu den Whitsundays zu buchen. Diese Trips gehen immer von Sydney nach Byron Bay oder von Byron Bay nach Sydney. Für ca. 80 Dollar extra kann man nach 2 Tagen Aufenthalt wieder mit zurück nach Sydney, oder eben Byron Bay fahren.

Wir haben uns für SURFARIS entschieden, weil man dort mehr Wert auf Surfen, als auf Party legt. Außerdem machen die meisten anderen Unternehmen keine Surf TOUR sondern man verbringt die ersten 5 Tage in einem Camp außerhalb Sydneys und verwendet den letzten Tag auf die Busfahrt von Sydney nach Byron Bay. Aber wir wollten uns ja an verschieden Wellen und natürlich verschiedenen Stränden versuchen.

Treffpunkt war Montag morgens um 8 an Central Station ( Sydney), am Busgate 8. Der Bus kam mit einiger Verspätung aber dafür hupend ans Surfgleis gefahren, wo schon diverse Surfer und NochNichtsurfer, alte und junge Leute gespannt warteten. Gezahlt wird beim einsteigen. Kartenzahlung AUD150; kein Problem! Charakteristisch für den ganzen Trip ging die Busfahrt 2-3 Stunden verspätet los.

Noch in Sydney erreichen uns die ersten Regentropfen, auf welche schnell der erste Regenschauer folgte. Und auch diese stellten sich als ständige Begleiterscheinung heraus.

Uns wurde geraten Vaseline -> gegen die Schrammen und Schürfwunden, Sonnencreme, Kissen und für die Mädels Badehosen zu kaufen. *dezenter Hinweis der Surflehrer auf Alkohol*

Bestens informiert wurden wir also ins nächste Einkaufszentrum kutschiert. Ich muss sagen, ich hatte jede Menge Schrammen, aber Vaseline hat da nicht allzu sehr geholfen! Sonnencreme sollte man in Australien sowieso immer dabei haben! Und auch die Badehosen haben sich bewährt (brauche ich sicherlich nicht erklären, warum)!

Die Stops (für meinen Geschmack zu viele) dienen also Hauptsächlich dem Ankurbeln  der Wirtschft. Die Busfahrt an sich war ganz lustig, da wir mit Surfmagazinen, Wraps und natürlich Surffilmen versorgt wurden. Gegen 18.00 Uhr ( geplant 15.00/ 16.00 Uhr) haben wir dann endlich unser erstes Ziel, einen kleinen Campingplatz erreicht.

Schnell (1h) ausgeladen und schon ging es in die Wellen. WetSuits bekommt man übrigens gestellt. Zu beginn haben sich einige gesträubt, welche anzuziehen weils ja schon bissl lächerlich aussieht, aber es dauerte keine halbe Stunde bis auch die Modebewusstesten sich der Kälte gebeugt hatten. Nach einigen Aufwärmübungen und Trockeaufstehübungen (noch konnten alle mithalten) wurden wir in die Kunst des richtige Paddelns eingewiesen. Und endlich durften wir auch ins Wasser. Nach 1-2 Stunden verzweifeltem Paddeln und ersten Steh erfolgen gabs dann auch schon Abendessen am Lagerfeuer, was allerdings wegen dem Regen nicht so gemütlich war wie es wohl geplant war. Schön geschafft und mit vollem Magen ging es nun ans Zelte aufbauen, was sich als keine leichte Aufgabe raus stellte. Denn nach 2 Tagen Regen war die Erde so auf geschwemmt, dass die Heringe das Zelt nicht im Boden halten konnten. Nach viel Fluchen ging es dann doch einigermaßen. Leider stellte sich nach den ersten 2 Stunden wohlverdienten Schlafes heraus, dass die meisten Zelte nicht wasserdicht waren…. doch waren wir alle zu geschafft um uns daran zu stören. Nach einer feuchten Nacht also, wurden wir am nächsten morgen in Bungalows umquartiert.

Doch leider waren die meisten Schlafsäcke so nass, dass sie bis zum Ende nicht mehr trocken wurden. Wir haben uns zu neunt immer eine Ferienwohnung geteilt. Eigentlich wollten wir am Morgen den dritten Tages zur nächsten Lokation aufbrechen, doch auch hier hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenigstens war es am Abend recht trocken und alle konnten sich ums Lagerfeuer versammeln und sich den Unmengen von Bier annehmen.

Nach einem kurzen, frühem Surfgang wollten wir am 4. Tag eigentlich nur kurz die Zelte trocken legen, unsre Sachen packen und aufmachen zum nächsten Strand, doch natürlich kam
alles ganz anders als geplant und wir waren zwar alle pünktlich um 11 Uhr gepackt, doch die Abfahrt war dann erst gegen 15.00 Uhr. Mit einem leichten Frühstück im Bauch (7.30 Uhr) und nach 2, 5 Stunden surfen gings dann also recht hungrig weiter.

Das mysteriöse Überraschungslunch war dann so gegen 17.00 Uhr auf einem Parkplatz, denn die Busbatterie musste ausgetauscht werden. Gegen 20.00 Uhr sind wir dann in einem total ausgestorbenem Dorf angekommen und haben uns in einem Motel mit Pub ein gemietet. In unsrer Gruppe wurde ein Junggesellenabschied  gefeiert, so konnten wir an diesem Abend nicht nur frei Pizza, sondern auch Männer in Hasenkostümen genießen. Am nächsten Morgen gabs dann noch ne kurze Surfeinheit und dann gings schon auf nach Byron Bay. Wir wurden alle an einer Anlage abgesetzt, die sich „Arts Factory“ nennt und wohl auch die bekannteste  Einrichtung in ganz Byron Bay ist. Leider war es uns zu nass und wir waren zu müde um uns nach einer anderen Unterkunft um zuschauen.

Wahrscheinlich hätte es sich gelohnt, denn wir haben 28 Dollar p.P./p.n. In einem 12 Bett Zimmer mit miserablen Matratzen gezahlt. Ich habe gehört, dass es in der Gegend einiges viel billigeres geben soll zumal wenn man plant für längere Zeit in Byron zu bleiben. Abends sind wir mit einem kostenlosen Shuttlebus in die „City“ gefahren (*regen*). Direkt an der Bushaltestelle gibt es ein Lokal, dass sich „Rails“ nennt und echt klasse ist! Burger und Livemusik!

Und obwohl es direkt an der Bushaltestelle liegt, wimmelt es dort von Einheimischen. Am nächsten Tag waren wir ein wenig in Byron unterwegs. Ein echtes Surferdorf! Nachmittags war trotz des schlechten Wetters Pool angesagt und gegen Abend haben wir uns dann fast alle zum Billard spielen versammelt. SURFARIS spendierte uns ein Abendessen und jedem ein Glas Bier dazu! Wahrscheinlich eine schwache Taktik, damit wir später leicht angeheitert eher die DVD vom Surftrip kaufen.

Das war unser Surftrip von Sydney nach Byron Bay. Einige sind am nächsten morgen zurück nach Sydney gefahren, einige sind noch in Byron Bay geblieben und wir sind nach Brisbane gefahren. Übrigens kann man die Rückfahrt mit SURFARIS auch zu einem späteren Zeitpunkt noch nutzen. Man muss nur ein paar Tage vorher bei SURFARIS anrufen und Bescheid geben. Der Bus fährt immer Sonntag morgens zurück und natürlich kann man sich auch z.B. In Newcastle absetzen lassen.

War ein echt witziger Trip mit so vielen netten Menschen von überall her. Spanier, Kanadier, Einheimische, Norweger, Engländer, Japaner und natürlich auch Deutsche. Auch hier waren wir mal wieder “ the germans“!!! Bekannt für ihre Liebe zur Ordnung und Pünktlichkeit! Hach, wenn das meine Mama wüsste…

Zu meiner Verwunderung waren die deutschen Mitreisenden echt immer die ordentlichsten und pünktlichsten. Sonst bleibt zu sagen, dass wir natürlich Pech mit dem Wetter hatten, sonst wären wir sicherlich öfter surfen gegangen. Was wir nicht so toll fanden was das Essen. Wenn man von 3 Stunden surfen zurück kommt hat man schon gut Hunger, aber meistens gabs dann nur Toast oder Wraps, die man sich mit Schinken bzw. Käse belegen konnte. Außerdem gabs in der ganzen Woche nur ein einziges mal Fleisch. Und dass es keine Cola etc. gab ist ja wohl verständlich, aber das Wasser war so stark Chlor angereichert, dass es auch mit Sirup kaum zu genießen war. Also haben sich alle noch mit extra Getränken ein gedeckt. Auch auf den ewig langen Busfahrten ( außer der ersten) gab es nie was zu essen oder trinken. Dafür wurde jede Stunde angehalten, damit man sich an überteuerten Tankstellen eindecken konnte. So etwas finde ich absolut nicht okay. Denn zum einen stand in der Broschüre, dass Verpflegung mit inbegriffen ist und da hätten sie schon wenigstens Wasser springen lassen können.

Und zum andern finde ich es dann nicht okay immer nur an zu teuren Tankstellen zu halten, wo man gezwungen ist sich etwas zu kaufen. Außerdem waren die Stops dann immer ewig lang und haben uns so mindestens nen halben Tag surfen geraubt. Die Hauptmahlzeiten gabs also immer so sehr verspätet, dass man sich meistens schon vorgesorgt hat und satt war. So sparen die Veranstalter eben dann auch kosten, wenn man kaum noch Hunger hat und vielleicht sogar nur aus Prinzip noch etwas isst.

Schön wars eben in einer Gruppe zu surfen und eine Woche wie Klassenfahrt zu genießen.

Aber das tollste waren definitiv die Delphine, die wir ab und an beim surfen gesichtet haben. Ganz schön Angst einflößend, wenn man so fünf Finnen auf sich zuschießen sieht und abwarten muss ob sie springen oder ob es doch Haie sind. Zum Surfen an sich bleibt zu sagen, dass einem die Lehrer schon nützliche Tipps gegeben haben. Wie z.B. Wenn eine Welle kommt, die eindeutig zu groß zum reiten ist das Brett umdrehen und ich drunter klemmen und Kopf zur Seite drehen aber dabei frontal zur Welle bleiben- dann sollte im besten Fall die Welle einfach über einen drüber rauschen. Auch an paddeln soll man eine Welle immer direkt und nicht parallel, sonst wird man umgeworfen und mitgerissen.

Wenn man sich dann mit den Armen abstützt kommt man meist  ohne Probleme über die Welle. Man liegt richtig auf dem Brett, wenn man mit den Zehen das Ende des Brettes berührt. Außerdem haben sie uns die Courage gegeben weit raus zu paddeln, was man sich alleine vielleicht nicht so traut. Klasse wars auch auf den überlangen Brettern zusammen mit den Lehrern zu surfen!!!!!!!

Aber im Großen und Ganzen kann man beim Wellenreiten nicht viel lehren, finde ich. Wenn eine große Welle kommt und man mit den Füßen in Richtung der Welle und mit dem Kopf Richtung Strand auf dem Brett liegt dann nimmt einen die Welle ganz von alleine und wenn man sich sicher fühlt steht man eben auf und fällt früher oder später wieder runter.

Mit der Zeit bekommt man dann raus wie man lenkt und wie man möglichst lange auf dem Brett stehen bleibt. Aber richtig was wissen muss man da nicht, wie beim Wind surfen oder Segeln zum Beispiel. Wellenreiten ist reine Gefühlssache und vielleicht eine Frage von Courage. Man muss einfach von ein paar Wellen durchgeschüttelt werden, bevor man sie reiten kann. Ich fand den Trip auf jeden Fall witzig, aber um surfen zu lernen wäre mir der Spaß dann doch zu teuer. Es ist ja auch nicht unbedingt ungefährlicher in einer Gruppe zu surfen. Denn alle wollen gleichzeitig den gleichen Anweisungen folgen. Deswegen nehmen immer mindestens 5 Schüler gleichzeitig eine Welle, aber wenn 5 Anfänger die gleiche Welle nehmen landen alle aufeinander weil sie alle ihr Bord noch nicht unter Kontrolle haben.

Da können auch die Lehrer wenig machen. Und wenn man von einer Welle mitgerissen wird muss man nicht nur auf ein Bord aufpassen, sondern auf 20, weil egal wie weit man auseinander paddelt, wenn die Welle einen hat und man das Brett nicht halten kann können auch die anderen ihr Brett nicht halten. Wenn man mal eine Welle gut erwischt kann es sein, dass man ganz am anderen Ende des Strandes ankommt und kann deswegen auch nicht damit rechnen, dass man sofort vermisst wird sollte mal was passieren.

Deswegen sollte man sich vorher gut überlegen was man von einem Surftrip für immerhin 500 Dollar erwartet.

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