Nachdem ich vor drei Jahren schoneinmal in Australien war habe ich nach meiner Rückkehr beschlossen in mein Studium ein Auslandssemester einfliessen zu lassen.

Dementsprechend habe ich mich frühzeitig darüber informiert an welcher Stelle meines Bachelor-Studiums dies Sinn macht und wie man es am besten finanziert. Meine Recherche ergab, dass sich das vierte Semester für mein Anliegen am besten eignete. Außerdem erfuhr ich, dass es Stipendien sowohl deutscher als auch australischer Universitäten gibt aber auch, dass man Auslandsbafög erhalten kann. Die Stipendien benötigen einen längeren Vorlauf, sodass ich mich für diese schon ein knappes Jahr bevor ich gehen wollte beworben habe. Parallel dazu beantragte ich auch mein Auslandsbafög, welches dann meine einzige finanzielle Unterstützung war.

Vorsicht! Auch wenn man Auslandsbafög erhält zunächst müssen alle Kosten, wie Flug und Studiengebühren, vorgstreckt werden.

Im Grunde gleichzeitig dazu habe ich mich auch um professionelle Unterstützung zur Bewerbung an der Universität gekümmert und bin auf ‚AA Education‘ gestoßen. Mit Hilfe meiner Beraterin Christine war die Bewerbung bei der Universität ein Klacks und Fragen bezüglich der Bewerbungsunterlagen oder ähnlichem wurden immer schnell und kompetent beantwortet. Ich hatte mich für die Fächer ‚Australian History‘, ‚Art, Artist and Environment‘, ‚Photography‘ und ‚Tourism and the Environment‘ entschieden, eine gesunde Mischung zwischen meinen deutschen Fächern. Den erforderlichen Sprachtest konnte ich an meiner Universität ablegen und damit war die Bewerbung vollständig. Nach einer Woche kam auch schon die Bestätigung und alsbald beantragte ich mein Visum. Mit der Buchung des Fluges war mein Auslandssemester dann so gut wie geplant. Ich hatte beschlossen die Wohnungssuche vor Ort zu erledigen und buchte deshalb nur ein Hostel für die erste Woche.

Das Semester in Deutschland ging sehr schnell um und eh ich mich versah, saß ich auch schon im Flugzeug nach Cairns. Nach einem langen Flug wurde ich mit dem Uni-organisierten Bustransport in mein Hostel gebracht, wo ich jedoch nur duschte und sofort in die Stadt lief, um mein Konto zu eröffnen. Außerdem suchte ich auf der Internetseite ‚gumtree.com.au‘ nach einem Zimmer. Relativ schnell fündig geworden verabredete ich mich schon am Nachmittag zur ersten Hausbesichtigung in ‚Kewarra Beach‘, nördlich von der Universität gelegen. Das Haus gefiel mir so gut, dass ich sofort zusagte und am nächsten Tag dort einzog.

Die James Cook University in Cairns ist eine sehr kleine Uni. Der Campus liegt auf einem ehemaligen Feld direkt umgeben von wunderschönen, mit Regenwald bewachsenen Bergen. Man kann jedes Gebäude im nu zu Fuß erreichen. Die Uni selber ist bestens im Bus- Nahverkehr eingebunden und von der Stadt aus in ca. 20 Minuten zu erreichen. Allerdings halten sich die Busse gerne mal nicht an den Zeitplan- man muss also Wartezeiten einplanen.

Abends ist in Cairns immer was los aber unter der Woche müssen die Clubs um 3 Uhr nachts schließen, während die großen Nachtclubs aber die Erlaubnis haben länger öffnen zu dürfen- ganz zum Vorteil aller Backpacker, Touristen aber auch Studenten. Oft gibt es auch wie in Deutschland Studentenrabatte oder gar freien Eintritt.

Zwischen Jetleg und Umzug musste ich dann am Dienstag zum ersten mal in die Uni gehen. Die erste Woche dort war super organisiert für jeden Tag und für jede Aktion gab es einen Flyer, der alle wichtigen Informationen enthielt. Verlaufen habe ich mich nicht- man wurde wirklich an die Hand genommen und selbst auf Englisch war alles unmissverständlich erklärt. Als Study Abroad Student fiel es mir jedoch schwer mich einem Fachbereich zuzuordnen, da ich vier Fächer aus verschiedenen Bereichen gewählt hatte.

In den Kursen wurde uns sehr genau gesagt wie eine Hausarbeit auszusehen hatte und wie zitiert werden sollte. Beispielarbeiten konnte man im Internet genauso gut finden wie Resourcen für die Hausarbeiten. Man muss sich definitiv daran gewöhnen, dass die Kurse sehr sehr klein sind, die Professoren geduzt werden und jeden Studenten beim Namen kennen. Ich fand das sehr entspannend mal nicht überpünktlich erscheinen zu müssen, um noch einen guten Sitzplatz zu bekommen. Woran ich mich auch gewöhnen musste, war der Leistungsdruck im Semester. Eigentlich jede Woche musste ich eine kleine Hausarbeit oder Fotos abgeben. Es kommt sicher auf die Fächer an aber ich musste im Semester mehr machen als in Deutschland. Da man als ‚Full time student‘ drei bis vier Fächer hat, muss man auch nur an drei bis vier Tagen an die Uni. Aber auch da gibt es sicherlich Ausnahmen. Zu jedem gewählten Fach gehört ein Tutorium, dass belegt werden muss und mit der Anwesenheit benotet wird. Andere Kriterien waren Beteiligung an den Diskussionen und kurze Referate.

Etwas enttäuscht war ich von dem Fach ‚ Art, Artist and the Environment‘, denn ich hatte nicht das Gefühl viel zu lernen oder generell vom Lehrer viel Input zu bekommen. Das Fach war mehr dazu da eigenständig an einem künsterlischem Projekt zu arbeiten, welches sich an unseren Ausflug ins Outback anlehnen sollte. Zwischendurch gab es zwar Ratschläge und Kommentare aber im Grunde habe ich dort nichts neues gelernt. Die Hausarbeiten als Essays zu schreiben war für mich komplett neu aber mit ein wenig Hilfe von Beispielarbeiten und recherchierten Grundbegriffen ging das eigentlich ziemlich gut. Viele Stunden habe ich desshalb in der Bibliothek verbracht, um durch Texte zu gehen und das -ob Online oder gedruckt- dauerte eben ein wenig. Trotzdem habe ich immer jemanden drüberlesen lassen, um Flüchtigkeitsfehler aber auch Unsicherheiten zu klären, was immer zu guten Resultaten geführt hat. Aufgeregt wurde ich dann gegen Ende nochmal, als es zu den langen Referaten und Examen zuging. Meine Aufregung jedoch war im Gegensatz zu meinen australischen Kommilitonen nicht zu vergleichen- diese waren weitaus aufgeregter als ich. Eine Woche vor den Examen endeten auch die Vorlesungen, sodass man sich voll und ganz darauf konzentrieren konnte. Der Ablauf der Examen ist ähnlich wie in Deutschland und durch viele Tipps der Lehrenden relativ einfach zu absolvieren.

Besonders positiv an der Universität hervorzuheben ist die Ausstattung. Für die Kunststudenten gab es zwei ‚mac labs‘ wo genügend Computer zur Verfügung standen, um freie Arbeiten durchzuführen. Gelegentlich waren die Räume von Kursen belegt aber ich hatte nie ein Problem einen Computer zu finden. In der Bücherei gibt es massig Computerstellen mit einem eigenen Schreibtisch. Hatte man einen eigenen Computer mit sich konnte man diesen ganz einfach mit dem Uni- WIFI verbinden. Für Gruppenarbeiten konnte man entweder einen Raum im Bibliotheksgebäude reservieren oder aber in den anderen Gebäuden einfach in einen der immer offenen Räumen arbeiten. Schade fand ich, dass das Essens-Angebot in der Mensa nicht sehr groß war und auch relativ teuer.

Davon abgesehen gab es viele von der Uni organisierte Aktionen, wie ‚Lunch with the Wildlife‘, kostenloses Wassereis in der ersten Woche und jeden Freitag ein kostenloses BBQ und danach Motto Partys, Konzerte, Spieleabende und vieles mehr. Ich habe in der Uni viele Freunde gefunden mit denen ich am Wochenende und auch nach dem Semester etwas unternehmen konnte.

Alles in allem war es eine super Erfahrung, die ich niemals missen möchte. Mein Englisch hat sich um 100% verbessert und ich habe viele neue internationale Kontakte geknüpft. Ich wäre auf jeden Fall länger geblieben, wäre es nicht doch realtiv teuer und würde es immer wieder machen.

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