Die letzten paar Wochen hab ich wieder bei Andrew  verbracht. Als ich in Adelaide aus den Flieger gestiegen bin, wollte ich am liebsten gleich wieder zurück. Es war nämlich hundekalt. Von Sonnenschein-Strand- Wetter mit min. 30° in Broome losfliegen und abends in Adelaide bei knappen 10° ankommen, das ist schon ein krasser Unterschied.

In Sellicks wollte ich eigentlich so schnell wie möglich wieder arbeiten. Die Pruningzeit war ja fast wieder da. Da Andrew aber für das Auto einen Käufer gefunden hatte, war das allerdings nicht so einfach. Irgendwann hatte ich dann was gefunden zum Arbeiten, aber sehr lange hatte ich nicht durchgehalten. Zum einen ist Winepruning nicht meine Lieblingsbeschäftigung (auch wenn es nach Stunden bezahlt wurde) und zum anderen musste ich ja mit dem Fahrrad hinfahren und da hab ich absolut keine Übung drin. Nachdem dann der Reifen platt war, hab ich endgültig aufgegeben.

Deshalb waren meine letzten Wochen „Down Under“ nicht mehr so sehr produktiv. Ich dachte auch darüber nach noch ein drittes Mal zum Toni nach Leeton zu fahren, aber bei ihm war es noch nicht so weit mit dem Pruning. Ich habe eine Geschichte an ein Backpackermagazin geschrieben, um die 200$ zu gewinnen, aber meine Story wurde nicht ausgewählt.

An einem verlängerten Wochenende waren wir zur Eyre Peninsula gefahren. Eigentlich wollten wir die ganze Zeit Campen, aber dazu war mir das Wetter dann doch zu schlecht. Die erste Nacht war für mich fast die Schlimmste. Wir hatten unser Zelt im Halbdunkeln irgendwo am Rande der Strasse aufgebaut und anfangs sah der Himmel noch gut aus. Mit dem Lagerfeuer hat man die doch schon recht frischen Temperaturen auch nicht ganz so kalt empfunden. In der zweiten Nachthälfte ging das Unwetter aber los. Regen ohne Ende und dazu richtig stürmischer Wind.

Ich war mir zeitweise absolut nicht sicher, ob wir nicht bald abheben mit unserem Zelt und schlafen konnte ich auch keine Minute länger. Am nächsten Tag sind wir bis Port Lincoln, der südlichsten Spitze der Halbinsel, weitergefahren. Da es immer noch etwas regnete haben wir uns ein Zimmer genommen (da drin war es aber auch kalt) und haben den Schlaf von der vorhergehenden Nacht nachgeholt.

Abends waren wir eine Etage weiter unten im Pub. Am darauffolgenden Tag waren wir im Lincoln NP und Coffin Bay NP, die sind beide sehr schön. Im Sommer wird die Ecke auch wunderbar zum Campen sein. Wale haben wir leider nicht gesehen. Eine Woche später kam es in den Nachrichten, dass sie dort angekommen sind. Das war dann also Pech. Kängurus und Emus haben wir aber entdeckt. Die Nacht haben wir wieder in dem Zelt verbracht. An einem Platz der Walkers Rock heisst, nicht weit vom Strand weg.

An unserem letzten Tag hat den ganzen Tag die Sonne geschienen und der Himmel war blau. Wir haben uns die Talia Caves angeschaut, haben an der Venus Bay gehalten und dort einen grossen Schwarm Delfine gesehen. Der letzte Stop war Point Labatt. Das ist eine recht grosse Sea-Lion Protection Area. Seelöwen waren wirklich viele da, aber da die Viewingform sehr weit oben war, hat man nicht sehr viel erkannt. Die letzte Nacht haben wir an dem Pildappa Rock verbracht. Das ist eine Mischung von Wave Rock und Ayers Rock in Kleinformat. Da es ja nicht die beste Jahreszeit zum Campen war und der Felsen auch nicht so bekannt ist, waren wir dort ganz alleine.

Der Sonnenuntergang sah aber trotzdem genauso schön aus. Allgemein war das ein sehr schöner Spot zum Übernachten. Zum einen war recht viel Wildlife rundherum und (für mich auch ganz wichtig) es gab ein Klo, nicht nur der Busch. Morgens haben wir und den Sonnenaufgang angeschaut, bevor wir die Heimreise antreten mussten.

In der Zeit hatte ich auch Toni angerufen und gefragt, wie es bei ihm mit Arbeit aussieht. Da hatte ich aber auch Pech gehabt, d.h. es war noch zu zeitig. Deshalb hatte ich mich entschieden 1-2 Wochen nach Barmera zu fahren. Dort war es kein Problem mit einem Job. Im Endeffekt hätte ich mir die Fahrt aber sparen können, da ich nach 1,5 Tagen wieder gefahren bin. Pruning ist sowieso nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber davon abgesehen war die Bezahlung miserabel bzw. ich hab zu gut gearbeitet. Dort war es üblich nur ganz grob drüber zu gehen und ich hab es halt richtig gelernt und hab mir deshalb selbst mehr Arbeit gemacht.

Nach einem Tag arbeiten bin ich wieder zurück nach Adelaide. Dazu kam, dass es in den Zimmern genauso hundekalt war wie draussen. In den letzten 2 Wochen waren wir noch mal in Victor Harbour, in der Hoffnung dort die Wale anzutreffen. Damit hatte ich aber erneut Pech.

Dann hiess es endgültig Abschied nehmen von den Leben in Australien. Ich bin nach Sydney geflogen, hatte dort noch 2 Tage zum Einkaufen und dann sass ich schon im Flieger nach Thailand. Dass die Zeit so schnell schon um war, konnte ich immer noch nicht begreifen.

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