Es sind die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen, die kleinen Dinge des Lebens, die man normalerweise als  Selbstverständlichkeit sieht...

Nach einem Monat Indien der Flug nach Sydney und damit der Flug zurück in die Zivilisation: Und schon am Flughafen trifft mich der rückwärtige Kulturschock. Wenn man sich an die Lebensumstände in Indien gewöhnt hat, fällt es schwer, den Luxus hier wieder als Standard anzusehen.

Zuerst muss ich auf Toilette und bin überrascht, nicht nur ein Loch im Boden vorzufinden. Dazu gibt es Toilettenpapier und Waschbecken mit Seife statt einen Wasserschlauch zum Reinigen. Überwältigend...

Bei der obligatorischen Suche nach einer Unterkunft muss man hier nicht ziellos durch die Straßen laufen, bis man ein geeignetes Hostel gefunden hat: Direkt am Flughafen existiert eine Touristen-information mit kostenlosen Rufnummern und Airport- Pickups der Hotels.  Kein Feilschen mit aufdring-lichen Rikschafahrern (3-rädriges Motor- oder Fahr-radtaxi) um den Preis bis zum Guesthouse, der Transport ist umsonst. Beeindruckend...

Auch als ich auf die Straße blicke, muss ich mich erst an das gewöhnen, was ich die letzten 6 Wochen nicht gesehen habe: Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger halten sich (fast) alle an die Verkehrsregeln. Straßenschilder, Ampeln und Fahrspuren bekommen wieder einen Sinn- und kaum einer hupt. In der Regel sieht eine indische Straße so aus, dass eine Kuh von einem Fahrrad überholt wird, welches gerade von einem Auto überholt wird, das dabei dem Gegenverkehr ausweicht, während beide Seiten dabei kräftig die Hupe drücken- falls kein umgekippter LKW die Straße blockiert. Welch Ordnung...

Mal abgesehen davon kann man in Sydney durch die Stadt laufen, ohne alle zwei Meter über den einen oder anderen Müllberg zu stolpern. Indische Sauberkeit bedeutet, dass man seinen Müll einfach dort fallen lässt, wo man gerade steht oder geht und seine „dringenden Geschäfte“ an der nächsten Hauswand erledigt. Bis jetzt jedenfalls habe ich noch keinen Australier gesehen, der an ein öffentliches Gebäude uriniert und die Mülltonnen werden wahrhaftig von allen Einwohnern genutzt. Unglaublich...

Und im Guesthouse wartet die nächste Überraschung: Es gibt tatsächlich den ganzen Tag, also rund um die Uhr, Strom aus der Steckdose. Man muss nicht ständig eine Taschenlampe oder Kerze bereit halten, weil es so zappenduster ist, dass man die Hand vor Augen nicht sieht. Wunderbar...

Aber den eindeutigsten Unterschied machen die Menschen: Die Inder sind ein sehr freundliches Volk und lieben Smalltalk zu jeder Tageszeit. Wenn man allerdings nach einer kostenlosen Information oder einer Wegbeschreibung fragt, erhält man entweder gar keine oder x verschiedene Antworten von x verschiedenen Leuten. Die Australier hingegen scheinen ihre Stadt zu kennen und schenken einem neben einer Gratis- Auskunft auch noch ein nettes Lächeln- und das sogar bei den Behörden, bei denen es zusätzlich zu den freundlichen Gesichtern kaum Wartezeiten gibt.

Komisch, wie viele Dinge man für selbstverständlich nimmt, ohne darüber nachzudenken. Komisch, dass man oft erst weiß, was man an einer Sache hat, wenn man sie missen muss.

Und komisch, dass man Alltägliches erst zu schätzen weiß, wenn es nicht mehr alltäglich ist.

Es lohnt sich, Gedanken an die kleinen Dinge des Lebens zu „verschwenden“...

Linda Duschinski

keine Geschichte gleicht der anderen

Es begab sich, dass Brüderchen und Schwesterchen eines schönen Herbstages aufbrachen, um die weite Welt zu entdecken. Und wie der Zufall so spielte, flogen beide auf die andere Hälfte der Erdhalbkugel: nach Australien, wo sich ihre Wege trennen sollten.

Brüderchen startete mit seinem treuen Reisebegleiter- einem Van- im äußersten, verlassenen Westen, um sich km für km voranzukämpfen, während Schwesterchen im dichtbesiedelten Osten die Küste erkundete.

Von Westen nach Norden, nach Süden und immer tiefer in den Osten rauschten Landschaften, Eindrücke und neue Bekanntschaften an Brüderchen und seinem Van in Laufe der Wochen und Monate vorbei.

Schwesterchen dagegen setzte auf eine Insel über und begegnete dort einem Prinzen, der sie auf sein Schoss entführte und ihr sein Königreich zu Füßen legte.

So gingen die Tage ins Land, der eine jagte von Ziel zu Ziel, die andere besiedelte heimisch ein und denselben Ort, aber beide lernten auf ihre Art Down Under kennen.

Nach 365 Tagen war die Zeit reif, sich wiederzutreffen, Erfahrungen austauschen, Tausende von Kilometern zu überwinden und nach Hause zurück zu kehren, wo beide einen völlig unterschiedlichen Eindruck des gleichen Landes am anderen Ende der Welt schildern konnten...

Impressionen, Geschichten und Erkenntnisse, die sich in einigen Punkten überschnitten und doch nicht verschiedener hätten sein können.

Linda Duschinski

schlechte Erfahrungen bei der Jobsuche und positive Wendung

Im Mai 2006 zur gleichen Zeit in Brisbane, Childers und Maryborough suchen fünf Backpacker nach Arbeit. Während Francois und Marie in Queenslands Hauptstadt 90$ bei einer Jobagentur lassen, um in Childers einen garantierten Job zu kriegen, ist Alex schon vor Ort und wird zum Caravanpark am Ende der Kleinstadt vermittelt. Linda und Björn dagegen erfahren von dieser Campingplatz- Jobvermittlung zufällig von einem Automechaniker in Maryborough.

Unabhängig voneinander machen sich alle auf den Weg und werden unabhängig voneinander einem Job auf einer Paprikafarm zugewiesen, aber erst, nachdem jeder 30$ Workdeposit hinterlegt hat, die er erst nach 3 Wochen Aufenthalt zurückkriegen sollte. Gefangen für 3 Wochen, denn auch die Reisepässe werden aus dubiosen Gründen einbehalten. Und im Gegensatz zu einem herkömmlichen Gefängnis zahlen alle für eine Woche Unterkunft noch mal einen deftigen Preis, besonders Alex, der zwar seinen eigenen Van hat, aber dort nicht schlafen durfte, weil angeblich sämtliche Stellplätze belegt seien. So musste er ein Zimmer für 50$ mehr die Woche mieten (tatsächlich war der halbe „Gefangenenpark“ leer!).

Am darauffolgenden Morgen wurden sie mit den anderen Häftlingen im Bus zur Arbeit gefahren. Zu den brüllenden Supervisoren auf dem Feld fehlte eigentlich nur noch die Kugel am Bein, die ihnen aber „netterweise“ erspart blieb.

Nach sieben Stunden Akkord- Paprikapflücken sammelte der Bus die zum Rebellieren zu müden Zwangsarbeiter wieder ein, damit diese ihre schmerzenden Rücken und wunden Knie verarzten konnten.

So ging es Tag um Tag, nicht ohne dass alle fünf den „Gefängnisaufseher“ immer wieder nach einem neuen Job anbettelten. Aber anscheinend hatten sie eine ziemlich schlimme Tat begangen, so dass sie weiterhin mit den Paprikas gequält wurden. Denn angeblich bestraft der liebe Gott ja schon kleine Sünden sofort...Einige Neuankömmlinge dagegen wurden gleich einfacheren Arbeiten zugeteilt.

Nach einer Woche hatte sich genug Aggression aufgebaut, so dass die fünf sich zusammentaten, um dem Verderben zu entkommen. Mit vereinten Kräften forderten sie zuerst ihre Reisepässe zurück, ohne Erfolg! Mit vereinten Kräften versuchten sie zu fliehen, ohne Erfolg! Erst als sie eine saftige Kaution hinterlegten und versprachen, sofort das „Gefangenenlager“ zu verlassen, konnten sie die ersehnten Schritte in die Freiheit machen...

PS: Kleine Anekdote, die beweist, dass es selbst in Australien, dem Land der freundlichen und herzenswarmen Menschen, schwarze Schafe gibt! Auch wenn dies die erste und hoffentlich auch letzte schlechte Erfahrung dieser Art war! Und selbst der „Lonely Planet“, die Bibel der Backpacker, hat die Mitarbeiter dieses Caravanparks schon als „unfriendly and rude“ bezeichnet!

Watch yourself and take care!

 

Linda Duschinski

Geprägt von den „Gefängniserinnerungen“ versuchten die Ex- „Häftlinge“ ihre wiedergewonnene Freiheit trotz eines bitteren Nachgeschmacks auf der Zunge zu genießen. Voller Hoffnung wieder auf freundliche und herzenswarme Menschen zu treffen, machten sich die fünf auf den Weg nach Gayndah, um dort erneut ihre Dienste auf einer Farm anzubieten.

Gemeinsam checkten sie im Riverview- Caravanpark ein und gemeinsam bekamen sie einen Job auf einer Mandarinen- Plantage, ohne dass sie ein Workdeposit hinterlegen oder ihre Reisepässe abliefern mussten.

Freiheit schmeckt so gut, unter anderem auch, weil der Aufenthalt gerade einen Bruchteil des Preises der „Gefängnismiete“ ausmachte.

Am darauffolgenden Morgen fuhren alle entspannt zur Arbeit. Sie pflückten Baum für Baum und füllten Kiste für Kiste mit Mandarinen, als ihnen auffiel, dass irgend etwas „fehlte“...

Es gab keine brüllenden Supervisor auf dem Feld, keine imaginären Kugeln am Bein und nach erledigter Arbeit mussten keine geschundenen Körperteile gepflegt werden.

So begaben sich die fünf Morgen für Morgen mit einem gelassenen Gefühl im Bauch auf die Plantage und Abend für Abend mit einem gelassenen Gefühl im Bauch zurück „nach Hause“ auf den Caravan Park!

Und es verging kein Tag, an dem sich Stacey und Dave, die Campingplatz- Mutter und der Campingplatz- Vater,  nicht nach dem Befinden ihrer Gäste erkundigten und auch schon mal ihre im Garten angebauten Kräuter verschenkten.

So hatte sich nach einer Woche so viel Zufriedenheit breitgemacht, dass die fünf freiwillig (!) beschlossen, noch eine zeitlang an diesem herzlichen Ort zu verweilen...

PS: Kleine Anekdote, die bestätigt, dass Australien das Land der freundlichen und herzenswarmen Menschen ist und bleibt, auch wenn einem ab und zu ein schwarzes Schaf über den Weg läuft...

Turn your face to the sunny side of life!

 

Linda Duschinski

Dauerhaft Leben und Arbeiten in Australien

Daniel und Andrea sind seit acht Jahren ein Paar und mittlerweile verlobt. Sie lieben es zu reisen und kamen vor sieben Monaten nach Australien, kauften sich einen alten Van und erkundeten zusammen die Ostküste und das Outback, bevor sie wieder in Sydney landeten. Danach planten die beiden eigentlich wieder zusammen nach Hause zu fahren, um dort zu heiraten.

Daniel hatte einen gutbezahlten Job als Immobilienmakler und konnte so Geld für die Reise zurücklegen, während Andrea als eine von zu vielen Stadtplanerinnen auf der Liste des Arbeitsamtes stand und auch nach 300 Bewerbungen erfolg- und joblos blieb.

Durch Zufall las sie in einer austra- lischen Zeitung zwei Stellenanzeigen und bewarb sich. Die erste Antwort kam prompt, man wollte nicht mal ein Vorstellungsgespräch. So einfach sollte es gehen? Andrea kaufte sich ein Zugticket, fuhr los und erhielt mitten auf dem Weg den Anruf, dass aus undefinierbaren Gründen alles abgesagt sei!

Doch für Resignation blieb keine Zeit, denn auch die zweite Agentur meldete sich und lud sie zu einem Vorstellungsgespräch ein. Und gute Vorbereitung zahlt sich aus: Bei Kaffee und Gemütlichkeit hatte sie mit Daniel alle wichtigen Bestandteile des Gesprächs geübt. Ein Grund vielleicht, weshalb sie gleich am nächsten Tag einen Anruf erhielt, um alle Formalitäten zu klären. Sie hatte den Job! Knapp drei Tage später fing sie an, dort zu arbeiten. Erst einmal zwei Wochen auf Probe, aber voll bezahlt!

Daniel flog allein nach Hause, um sich eine neue Stelle zu suchen. Sollte Andrea jedoch auf Dauer in Australien bleiben, wird auch er wiederkommen und sich hier bewerben.

Vorerst jedoch werden beide erstmal auf sich alleine gestellt sein, bevor sie sich wieder in die Arme schließen können. Und sollte sie wieder nach Hause kommen, hat sie mit dieser Berufserfahrung auch bessere Chancen auf eine Anstellung. Und wenn die beiden sich entschließen, dauerhaft down under zu bleiben, wird die Hochzeit halt dort stattfinden. Manchmal geht das Leben eben Umwege...

Linda Duschinski

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