Geschichte Australien

Die Geschichte Australiens

Die ursprünglichen Einwohner Australiens waren die Aborigines. Sie lebten in komplexen gesellschaftlichen Strukturen und zeigten in ihren Traditionen ihre tiefe Verbundenheit mit dem australischen Land und ihrer Umgebung. Vermutlich waren die ersten Einwohner vor etwa 70,000 Jahren von Indonesien zum australischen Kontinent gereist und hatten sich dort einen neuen Lebensraum geschaffen.

Die Europäer entdeckten das Land im 16. Jahrhundert. Portugiesische und holländische Entdecker waren die ersten, die Australien zu erforschen begannen. Dennoch war es schließlich der Brite James Cook, der 1770 an der Küste Australiens entlang segelte und das Land zum Besitz der britischen Krone erklärte. Er nannte das neue Land „New South Wales“.

Knapp zehn Jahre später wurde in Großbritannien ein Entschluss gefasst, der die australische Geschichte entscheidend beeinflussen sollte: Das Land wurde zur Strafkolonie für britische Kriminelle erklärt. Aus ihrem eigenen Land ans andere Ende der Welt verschifft, fanden diese eine heiße, raue und lebensfeindliche Umwelt vor, der sie sich anzupassen hatten, wenn sie überleben wollten. Bis 1868 erreichten versuchten etwa 160.000 Gefangene, sich gegen das Land zu behaupten. Später entwickelte sich dieser Kampf ums Überleben zu einer Lebenskultur mit dem Beinamen „Aussie battler“.

Erst mit der Entdeckung von Goldadern ab 1850 kamen auch freiwillige Siedler nach Australien, die dort dauerhaft sesshaft wurden. Einwanderer aus anderen Ländern zogen in Scharen ins Land, sodass bald eine bunte multikulturelle Gesellschaft entstand. Für die Aborigines war diese Entwicklung verheerend. Von den Siedlern aus ihrem angestammten Land verjagt, begann für sie eine Zeit der Unterdrückung und Vertreibung.

Im Jahr 1901 wurde Australien eine von der britischen Krone unabhängige Nation, als sich die einzelnen Kolonien des Landes zusammenschlossen. Dennoch zeigte Australien zum Mutterland weiterhin Loyalität und schickte Truppen an der Seite Großbritanniens in beide Weltkriege. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges erreichte eine neue Einwanderungswelle aus Europa den australischen Kontinent. Folge davon waren ein großer wirtschaftlicher Aufschwung und weitere multikulturelle Entwicklungen der Gesellschaft.

Die australische Regierung entwickelte ein System, das riesige Land zu regieren. Mithilfe dreier Regierungsebenen (Bundes-, Landes- und Kommunalebene) leiten das House of Representatives und der Senat das Land. In den letzten Jahren bemühte sich die Regierung vermehrt, den Aborigines Entschädigungen für erlittenes Unrecht zukommen zu lassen. So erhielten die Aborigines im Jahr 1994 eine Entschädigung in Millionenhöhe für Atomversuche, die in den 50er Jahren auf ihrem Gebiet ohne ihre Zustimmung durchgeführt worden waren.

Das moderne Australien erlebt eine Ausbreitung der Städte auf die umliegenden Vororte sowie ein blühendes Wirtschaftsleben, von dem die einheimischen Unternehmen sehr profitieren. Vor allem die Nutzung asiatischer Märkte trägt zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Eine geringe Arbeitslosenquote und niedrige Inflationsrate sind weitere positive Nebenerscheinungen dieser Entwicklung, wobei Preise für Grundstücke und Immobilien jedoch steigen und viele Haushalte zunehmend finanzielle Schwierigkeiten erfahren.

Frühgeschichte und Mittelalter

Wann die Besiedlung Australiens durch Menschen begann, ist bis heute umstritten. Spuren davon reichen bis 120.000 Jahre zurück. Die Aborigines leben seit etwa 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent und gehören damit zu den ältesten Kulturen der Welt. Lange vor seiner Entdeckung hatten Gelehrte im alten Europa die Existenz eines Südkontinentes behauptet. Häufig wird das rätselhafte „Südland“ erwähnt…

Marco Polo segelt 1292 von China zurück nach Venedig und erwähnt ein an Gold und Muscheln reiches Land südlich von Java, das er Groß-Java nannte. Auch gibt es Berichte, dass den Chinesen dieses südliche Land bereits bekannt war, so heißt es, ein chinesischer Kaiser habe ein Tier besessen, das nur zwei Beine und den Kopf eines Rehs gehabt habe. Am Bauch allerdings habe es einen zweiten Kopf besessen. Diese Beschreibung erinnert stark an ein Känguru mit Jungtier im Beutel.

Im 16. und 17. Jahrhundert erreichten möglicherweise portugiesische und spanische Seefahrer die Küsten Australiens und gingen an Land. Die Weltkarte, die Jean Rotz aus dem französischen Dieppe im Jahr 1542 in englischem Auftrag anfertigte, zeigt das Groß-Java („The Lande of Java“) Marco Polos. Dabei weist dieses einige Übereinstimmungen mit dem heutigen Australien auf, u.a. die Kap-York-Halbinsel im Nordosten.

Im Jahre 1606 strandete Willem Jansz an der Nordspitze des heutigen Queensland. Weitere Holländer erreichten zwischen 1616 und 1640 Australien. Beispielsweise strandete im Juli 1629 das Handelsschiff Batavia der Niederländische Ostindien-Kompanie an der Westküste, aber dessen Kapitän Francisco Palsaert maß der Entdeckung keine entscheidende Bedeutung zu.

Erst im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie den Kontinent durch eine geplante Expedition zu erforschen. Abel Tasman entdeckte dabei das heutige Tasmanien. Eine weitere Expedition, die Im Jahre 1696 unter Willem de Vlamingh begann, kartografierte Teile der Westküste Australiens. Die Holländer hatten aber kein Interesse Australien zu kolonisieren.

Die Gegenwart zu kennen, heißt,  die Geschichte zu verstehen.

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