Als Fundraiser (Spendensammler) hat man einen super Job erwischt. Man hilft anderen Menschen ihr Leben zu verbessern und bekommt nebenbei, wenn man gut ist, auch noch viel Geld. Man kann einen Fundraising Job aber auch auf freiwilliger Basis annehmen, wodurch die Organisation mehr Geld für das eigentliche Projekt hat. Oftmals arbeitet man in Gruppen oder Teams, wodurch man viele neue Leute kennenlernt. Allerdings muss man auch bei jedem Wetter ran, ob es nun regnet oder die Sonne einen schwitzen lässt.Es gibt verschiedene Arten von Fundraising:

„Door-to-Door“ ist meiner Meinung nach die Schwierigste. Man muss an die Tür der Bewohner gehen und sie wirklich von dem Projekt überzeugen. Man muss so lange auf sie einreden, bis sie den Vertrag unterzeichnen, einen monatlichen Betrag an die Organisation zu überweisen. Sehen sie allerdings, dass jemand mit Klemmbrett und Namensschild vor der Tür steht, öffnet oftmals niemand die Tür. Aber auf Grund der australischen Mentalität, hat man es meistens mit freundlichen Leuten zu tun, die zuhören und einen nicht gleich verscheuchen. Ist man also sehr kommunikativ und kann Andere sozusagen in Grund und Boden zu reden, ist man bei diesem Job goldrichtig. (Ich kann so etwas nicht und hab nach einem Tag wieder aufgehört.) Aber Leute, habt jetzt keine Angst! Ihr könnt euch einen Text vorschreiben und auswendig lernen, müsst es dann aber so klingen lassen, als wäre es frei gespochen. Wenn ihr darin alles erwähnt, was man wissen sollte, werden auch kaum noch Fragen gestellt.

Eine weitere Art des Fundraisings ist ganz ähnlich wie die Erste. Jeder kennt sie und die meisten sind genervt von ihnen. Hat man diesen Job aber schon mal selber gemacht, ist man ein bisschen freundlicher und unterhält sich mit ihnen. Die Leute von denen ich Rede stehen in Shopping-Centren oder Einkaufsstraßen und lechzen nach deiner Unterschrift auf ihrem Formular.

Das Problem bei diesen beiden Arten kann allerdings die Bezahlung sein. Meistens wirst du nur pro Unterschrift bezahlt. Bekommst du keine Unterschriften, hältst du am Ende auch kein Geld in den Händen. Mit etwas Glück findet man aber auch einen Job, bei dem man pro Stunde bezahlt wird. Die erste Möglichkeit ist natürlich wesentlich sinnvoller für die Organisation. Sie müssen keine erfolglosen Angestellten bezahlen und die Angestellten sind motivierter, möglichst viele Unterschriften zu sammeln.

Der leichteste Fundraising-Job ist das Geldsammeln mit einer Kanne. Das werdet ihr mir vielleicht nicht glauben, aber man kann damit eine Menge Geld verdienen. Die Australier sind etwas spendierfreudiger, als die Deutschen. Da kommen in einer Schicht schon ein paar 100 Dollar zusammen. Von dem gesammelten Geld erhält man zwischen 15 und 20%. Auch hier heißt es wieder: Bist du gut, bekommst du viel Geld! Also alle Leute fragen, die an dir vorbei laufen und nicht auf das Äußere der Personen achten. Nur weil ein Mann einen Anzug trägt, heißt es noch lange nicht, dass er mit seinem Geld Anderen helfen möchte und auch Jugendliche spenden gerne ein paar Dollar. Um mehr Spender anzulocken, bekommen diese für eine bestimmte Menge Geld ein kleines Dankeschön. Was wiederum für den Fundraiser bedeuten kann, dass er mit roten und grünen Schaumstoffgeweihen an den Armen, um die Hüfte und auf dem Kopf durch die Straßen laufen muss. (Wenn man aber das erste selbst verdiente Geld in den Händen hält, interessiert man sich dafür nicht mehr.)

Durch diese Jobs verdient man nicht nur viel Geld, sondern verändert auch seine Einstellung gegenüber Menschen. Wie schon gesagt, ein Businessoutfit bedeutet noch lange keinen hilfsbereiten Menschen, dafür können Schlabberhose und ausgetretene Schuhe einen aber überraschen.

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