Arbeiten in Cairns
Direkt am 1. Tag als wir in Cairns ankamen, habe ich mich bemüht einen Job zu finden. Da ich in Deutschland schon in mehreren Cafés gearbeitet habe, hatte ich auch schon die notwendigen Erfahrungen sammeln können, was hier in Australien das „A“ und „O“ ist.

Denn ohne „Experience“ kriegst du hier keinen Job. Ich fragte in zahlreichen Cafés nach. Doch die Besitzer wollten erst mein Resume (Lebenslauf) haben, ohne Resume läuft hier nämlich gar nichts. Also schrieb ich am nächsten Tag meinen Lebenslauf und verteilte diese in den verschiedensten Cafés, unter anderem auch bei einer Pizzeria, die nach Haushilfen gesucht hatte. Am selben Tag riefen sie mich noch an und wollten, dass ich zur Probe arbeiten kommen soll. Die Besitzer waren Franzosen und haben ständig mit mir auf Französisch sprechen wollen und das mit meinen Französisch Kenntnisse, aber na ja. Für meinen 1. Tag habe ich mich richtig gut angestellt, ich habe mich sehr schnell einarbeiten können und wurde sogar gelobt. Zu meinen Aufgaben zählten: die Bestellungen aufzunehmen, Kunden beraten, die Tischen sauber zu halten, die Pizzen zu schneiden und raus zugeben sowie das abkassieren der Kunden.

Am 2. Tag lief es dafür nicht so gut. Ich habe versehentlich eine falsche Pizza rausgegeben. Ich mein so was kann doch mal passieren, es war wirklich ein Missverständnis, es gab zwei Pizzen, die Halb und Halb belegt worden sind.
Ich sah auf den Bon und rief die Nr. 38, die Kunden mit der Nr. 38 kamen zum Stand, gaben mir ihr Kärtchen mit der passenden Nummer und ich gab ihnen ihre Pizza, diese Pizza war zum Mitnehmen. Fünf Sekunden später fragte mich
die andere Aushilfe ob ich mir sicher bin, dass ich die Richtige Pizza ausgeteilt habe, und hielt mir den Bon mit der Nr. 37 vor die Nase. 37 war nämlich früher dran als 38 und es war auch eine Pizza die Halb und Halb belegt worden ist. Aber dieses Kärtchen war nicht bei den anderen Bons, sonst hätte ich es ja gesehen. Sofort sagte die Aushilfe, der Chefin bescheid, die es überhaupt nicht gut fand, sie meinte zu mir ich sei nicht „careful enough“, und kündigte mir auf der Stelle. So was habe ich
wirklich noch nie erlebt. Ich habe mir schon ausgemalt wie ich in ferne Zukunft mich als Pizzabäckerin  selbständig mache, daraus wird wohl nichts. Sie gab mir 50 Dollar machte mir noch eine Pizza, sagte mir  wie sehr sie mich mag aber ich sei halt nicht „careful enough“. Ich sehe das mal als Schicksal an vielleicht ist es ja auch besser so, weiß der Geier wie es sich sonst so entwickelt hätte. An diesem Tag hat auch eine andere Deutsche mit mir zur Probe gearbeitet, sie tröstete mich indem sie sagte: „ Mach dir nichts daraus, ich wurde hier schon zweimal  gefeuert.“
Sind die Australier wirklich so streng und penibel? Mmmmhhh, das muss ich wohl noch hier raus finden.

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