Auf eigenen Beinen stehen, dass bedeutet nicht nur sich selbstständig um Unterkünfte zu kümmern, sondern ebenfalls das Buchen von Reisen gehört dazu.

Da wir nun lange genug in Sydney verharrt sind, sprich drei Wochen und keine positiven Rückmeldungen hinsichtlich der Bewerbungen erhalten haben, beschlossen wir weiter zu ziehen.

Wohin unsere Reise gehen sollte, war relativ schnell beschlossen, wir griffen uns zur Orientierung die Australienkarte aus meinem Reiseführer und legten Byron Bay als nächsten Zwischenstopp fest.

Wir haben uns dabei weniger von der Vernunft als mehr von den Reisevorhaben anderer Backpacker, darunter auch Sandro, Isabelle und Betty, leiten lassen. Alle sind in den Norden weiter gezogen und irgendwie zog es auch uns in diese Richtung. Zwar wurde uns von vornherein gesagt, dass es schlauer wäre zuerst ganz nach oben, sprich Cairns oder Darwin zu fliegen, aber in unserem jugendlichen Leichtsinn entschieden wir uns für die East Coast.

Gesagt, getan. Zusammen mit Sandro informierten wir uns bei der Central Station nach Zügen und bekamen die Preisinformation von 90 $ für eine Fahrt von 11 Stunden. Doch schon hierbei tat sich der nächste Konflikt zwischen Frauke und mir auf, denn sie hat sich für das Zugfahren entschieden, wohingegen ich mit dem Bus nach Byron Bay düsen wollte.

Meine Gründe waren unter anderem ein besserer Komfort und ein sorgenfreies Mitfahren ohne großartige Zwischenstopps, außerdem lag der Preis einer Busfahrt bei nur 82 $. Diese Informationen holten wir uns bei Wicked Travel ein, ein Laden der genau gegenüber vom Hostel lag.

Nach so einigen Konfliktgesprächen kamen wir zur Einigung, dass es uns egal sei wir in den Urlaubsort befördert werden würden, Hauptsache wir kämen dort an.

Am Ende buchten wir dann, einen Abend vorher, die Reise mit dem Bus. Das Problem, welches wir immer wieder berücksichtigen mussten war unser Reisegepäck, das wir schleppen mussten und welches sich von Woche zu Woche um einige Kilos erhöhte. Allein weil die Fressalien noch oben drauf kamen, sollte am Ende jeder vier Taschen tragen.

Die Fahrt sollte letztlich eine Dauer von 13 Stunden haben und von der Central Station starten. Erlaubt waren zwei Gepäckstücke, die nicht mehr als 20 Kilo wiegen durften. Losgehen sollte es am 5.09.2008, um 5 pm.

Doch bevor wir am selben Tag aus dem Westend auscheckten, waren wir erst mal dazu verdonnert worden eine Nachzahlung für eine Nacht zu leisten, denn wir hatten es doch tatsächlich verplant für die letzte Nacht zu zahlen. Geweckt wurden wir an diesem Tag also vom Personal, welches uns zur sofortigen Zahlung, nach unten zur Rezeption, gebeten hat.

Mehrmals an diesem Morgen rechneten wir die Tage und Nächte aus, für die wir bezahlt hatten, doch am Ende mussten auch wir feststellen, dass uns ein böser Rechenfehler unterlaufen war. Peinlich. Da wir den Rezeptionisten allerdings schon etwas besser kannten, durch etliche andere Blamagen oder die allabendlichen Gespräche war die Sache nur halb so schlimm. Die Rede war von Alun, einem Philippiner.

Er lud uns für diesen Morgen auch noch zu einem Frühstück ein. Dass dies allerdings die Krönung der Abartigkeit werden wollte, konnten wir auch wir nicht ahnen. Mit hungrigen Magen und ohne im Voraus etwas gegessen zu haben liefen wir drei um ca. 11 am zum „Eddy Morphies“.

Wir bestellten alle einen Kaffee und das „normale Frühstück“. Gebracht wurde uns dann ein eher typisch, englisches Frühstück, welches aus gebackenen Bohnen, Würstchen und Spiegelei mit Speck bestand. Mit dem Wissen, dass Frauke noch nicht alt zu lange ihr Vegetarier-Dasein aufgegeben hat und mit der gleichzeitigen Sichtung ihres alles andere als begeistertem Gesichtsausdruck, konnte ich wieder mal nicht anders als herzhaft zu lachen. Es war so typisch für uns, aber wir wollten auch nicht unhöflich sein, denn schließlich wurden wir eingeladen.

Nachdem ich die gegrillte Tomate und das eine Ei zur Hälfte gegessen habe, beobachtete ich Frauke eine Weile beim Zermahlen ihres Frühstücks. Sie hatte das Bacon- Stückchen nun schon eine ganze Zeit im Mund ohne es zu schlucken und auch die Wurst konnte sie nur essen, weil sie ca. drei Teelöffel Salz auf diese gegeben hat.

Ich muss schon sagen, dafür dass wir anderes gewöhnt waren haben wir ganz gut durchgehalten und fast den gesamten Teller leer gemacht.

Es folgten einige Abschiedfotos und das Wünschen einer guten Weiterreise ehe wir Alun verabschiedeten, um noch ein letztes Mal in die Stadt zu gehen. In unserem Stammcafe „Pretzel World“, in einem Food Court der Innenstadt, reflektierten wir noch einmal über die Erfahrungen die wir hier in Sydney sammeln durften und die Leute die wir hier kennen gelernt haben.

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