Sydney Hotel

Sydney Hostel - Privatsphäre?

Nun ist wieder Zeit, für ein paar wohlgeformte Sätze…

Mein Liebes Tagebuch,  ich musste heute Nacht mit Entsetzen feststellen, das das Thema Privatsphäre hier ziemlich für den Henker ist! So lag ich doch in meinem Bettchen und träumte nichts ahnend von Sonne, Strand und Meer, als ich durch ein brutales Aufreißen der Tür aus meinen süßen Träumen gerissen wurde.

Uhrsache für diese Gewalttat war eine meiner Mitbewohnerinnen und irgend so ein Porno Sonnyboy die da in mein Schlafgemach torkelten und sich lautstark unterhielten. Da kann man doch mal ein bisschen Rücksicht nehmen, oder?? Vor allem wenn es so 4 Uhr Morgens ist!! Tja aber das interessiert die wohl nicht, nun gut, ich war gerade dabei  in meinen Schlaf zu kommen und kurz davor dort weiter zu träumen, wo ich aufgehört hatte, als aus meinen Nebenbett Geräusche kamen die, na irgend wie nach Paarung von zwei Schweinen klangen! De fakto waren es aber die beiden Penner die mich gerade eben schon geweckt hatten und nun versuchten das Bett, durch physische Kräfte zum Einsturz zu bringen. Scheiße wie soll ich da einschlafen!? Können die das nicht auf dem Klo erledigen oder sich sonst wohin verpissen!? Wäre ich an der „Macht“

Ich wüsste wen ich als erstes zwangssterilisieren würde!

Des weiteren musste ich feststellen das Kakerlaken hier so richtige Höhlen oder Grotten habe, in die sie sich immer verpissen wenn man das Licht anmacht, tja und so ein bauwerk befindet sich unter meinem bettchen…

Ja nun ein paar fakten die hier anders sind als zuhause:

  • jede Steckdose hat drei anstatt zwei Ösen, oder so, und einen Schalter mit dem man den Strom an oder ausstellen kann.
  • Mülltrennung ist hier ein Fremdwort
  • Stromleitungen laufen hier von Hausdach zu Hausdach,  kein Wunder das es hier öfters Ausfälle gibt!)
  • Man kriegt kein Alkohol im Supermarkt, sondern muss dafür extra in so kleine Shops gehen
  • In der Öffentlichkeit ist Alkohol verboten, so wie dasRauchen in den meisten Pubs
  • Man schläft hier nur in einem Laken, weil eine Decke oder so was viel zu warm wäre
  • Überall Palmen, selbst an der Autobahn
  • 50cent Stücke sind riesig und zwei Bugs (Dollar) voll minni winny

So mehr fällt mir gerade nicht ein

So das war’s für heute gehe jetzt an den Beach, jjeeaahhh, genießt das Leben!

In diesem sinne

Gringo

Eine Stadt voller Entdeckungen

Nach über einem Tag Flug waren wir endlich in Sydney angekommen und haben fast schon benommen vor Müdigkeit den Busstand gesucht, um in die Stadt zu fahren. Alles was wir hatten war eine Adresse, die wir uns zwei Wochen vor der Reise aus dem Internet gesucht haben. Unsere erste Unterkunft sollte das Maze Hostel, in der Pitt Street, sein. Dort wollten wir uns für anfangs geplante 10 Tage einbuchen, doch bezahlt haben wir fürs Erste nur zwei Nächte in einem Doppelzimmer.

Nach einem 15 minütigen Herumgeirre auf dem Flughafen in Sydney haben wir für unsere Verhältnisse doch recht schnell festgestellt, dass Shuttle- Busse in die Stadt fuhren. Bepackt mit locker 28 kg haben Frauke und ich uns also von einem dieser Busse für 12 A$ (australische Doller), also umgerechnet ungefähr 7,50 € zu unserem Hostel fahren lassen.

Dort angekommen haben wir kurz eingecheckt und die schon im Voraus angegebenen Kreditkartendaten und persönlichen Angaben bestätigt. Schnell und ohne Probleme wurden uns die Schlüssel für das Doppelzimmer im ersten Stock ausgehändigt, für welches wir pro Nacht 33 $ zahlen mussten.

Mittlerweile war es schon nach 20.00 Uhr und wir wollten nach dem anstrengenden Flug nur noch duschen und ins Bett. Doch wir haben die Rechnung dabei ohne die auch in Australien existierende Kälte gemacht, denn während wir den Sommer in Deutschland zurückgelassen haben sind wir in Sydney in den Winter gekommen. Schnell wurde uns klar, dass wir ab jetzt auf uns allein gestellt waren und auch diese Situation händeln mussten.

Doch der erste Schock saß tief, das Zimmer bestand quasi nur aus einem Bettkasten, für die schäbig-schmutzigen Duschen mussten wir anstehen und die Fenster waren so schlecht isoliert, dass wir uns im ersten Moment sogar fragten ob sich hinter der Gardine überhaupt ein Glas verbergen würde.

Total schlecht gelaunt und frierend stellen wir zu allem Überfluss auch noch fest, dass wir lediglich ein Bettlaken für uns beide hatten. Empört über diese Tatsache packte ich meinen Schlafsack aus. Diesen jedoch nutzten wir als Unterlage, zum Überdecken verwendeten wir zwei dünne Bettlaken, die wir aus einem gegenüberliegenden Putzraum gemopst haben.

Da dies mein erster Flug überhaupt in meinem Leben war und wir wirklich erschöpft waren, blieb nicht viel Zeit das Hostel weiter unter die Lupe zu nehmen. Wie zwei Michelin Männchen lagen wir nebeneinander im Bett, jeder hatte eine Hose und darüber eine Jogginghose und zwei Pullis an. Kurzes schmollen über die schlechten Verhältnisse im Hostel und wir schliefen ein.

Die Unterkunft

Sydney bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten einen Schlafplatz zu finden. Angefangen vom einfachen Bed & Breakfast bis hin zum luxuriösen 5-Sterne-Hotel. Für Backpacker scheint diese Stadt einfach wie gemacht zu sein. Es gibt sehr viele gute Unterkünfte die im Low-Budget-Bereich liegen.

Meine Unterkunft war das Pink House in Kings Cross. Ja, richtig gehört. Ich bin im sogenannten Rotlichtmilieu untergekommen. Um ehrlich zu sein, war mir das bei der Buchung gar nicht so richtig bewusst gewesen. Der Preis von 27 AUD pro Nacht in einem 6-Bett-Mädchenraum inkl. Frühstück hat gestimmt. Und ich als Nicht-Sydneysider hatte nicht wirklich ein Bild von den einzelnen Stadtteilen vor Augen.

Aber zu meiner Überraschung muss ich sagen, dass ich mich dort sehr sicher gefühlt habe. Gerade weil diese Gegend für gewisse Geschäfte bekannt ist, fährt dort rund um die Uhr Polizei. Man ist selbst nachts nie alleine und im Notfall ist immer jemand auf der Straße den man um Hilfe bitten könnte.

Dennoch ist es schon ein seltsamer Anblick, wenn abends die Lichter ausgehen und die Blinkwerbung für Nachtclubs und Bordelle an. Und an Prostituierte auf der Straße habe ich mich auch nicht recht gewöhnen können. Jedoch ist es in Kings Cross wahrscheinlich sicherer, als irgendwo im Outback ohne eine Menschenseele weit und breit. Zu diesem Gefühl hat auf jeden Fall auch das Polizeipräsidium gleich um die Ecke beigetragen.

Zur Unterkunft: Ich wurde mit einem Brief, indem mein Zimmerschlüssel war, an der Rezeption empfangen, da ich erst spät abends gegen 21 Uhr ankam. Das war das Erste was ich komisch fand. Denn im Gegensatz zu anderen Hostels hat das Pink House keine 24 h Rezeption. Nur für den Notfall standen zwei Handynummern da. Nach dem ich mich und mein Gepäck die Treppen hoch geschleppt  und endlich mein Zimmer gefunden hatte, begrüßte mich eine meiner neuen Mitbewohnerinnen auf Zeit sehr freundlich. Ich war beruhigt. Das nette Miteinander ist im gesamten Haus vorzufinden.

Der Umgang ist fast familiär. Jeder kennt Jeden und meist sogar bei Namen. Die Stimmung im Pink House ist sehr angenehm gewesen. Fast jeden Abend wurden gemeinsame Unternehmungen organisiert, sodass man, wenn man sich nicht in seinem Zimmer verbarrikadiert, ganz leicht neue Leute kennen lernt. Angeboten werden zum Beispiel gemeinsame Clubgänge, TV-Abende, BBQ draußen auf der Gartenterrasse etc.

Dadurch ist man, wenn man möchte, jeden Abend beschäftigt und kann mit Anderen Sydney erkunden. Die Leute sind auch  sehr nett und aufgeschlossen gewesen. Das Einzige Manko an diesem Hostel ist die Sauberkeit. Die Küche und auch das Bad wurden zwar öfters geputzt, aber irgendwie konnte man davon nicht wirklich viel sehen.

Auch die zweimal wöchentlich statt findende Zimmerreinigung, bestehend aus einmal Zimmer saugen, hätte man sich sparen können. Zumal das meistens gegen 9 Uhr morgens war und man danach senkrecht im Bett stand. Aber daran gewöhnt man sich und der hilfsbereite Umgang untereinander und das liebevolle Umfeld machen den Aufenthalt echt zu einem schönen Erlebnis. Internetnutzung ist an zwei Computern von morgens 7 bis abends 21 Uhr möglich. Man trägt sich vorher nur in einen Plan ein. Wer einen eigenen Laptop hat, kann auch gegen einmalig 2 AUD das Schlüsselwort erhalten und dann unbegrenzt via WLAN surfen.

Von der Lage ist das Hostel etwas weiter vom Hafen entfernt. Aber mit einer schönen Route durch den Botanischen Garten gelangt man ganz schnell zu den klassischen Sehenswürdigkeiten. Ein großes Einkaufscenter (Coles), in dem man wirklich alles kriegt, ist gleich um die Ecke, ca. 400 m entfernt. Die Leute an der Rezeption sind ebenfalls sehr freundlich und unglaublich hilfsbereit, was die Organisation von Touren oder die Beantragung von Taxfilenumber anbelangt.

Es liegen auch jede Menge Prospekte aus und für 0,50 AUD kann man Dokumente drucken lassen. Gegen 10 AUD Pfand erhält man Geschirr und im Kühlschrank hat man seinen eigenen Beutel für Lebensmittel. Waschmaschinen kann man für 3 AUD nutzen. Was mich besonders verwundert hat, ist der offene Umgang mit Handy, Laptop oder anderen Wertgegenständen. Dieses Hostel ist wirklich sehr sicher und Diebstähle kommen so gut wie nie vor. Insgesamt war der Aufenthalt sehr schön und entspannend, trotz mangelnder Hygiene.

Allerdings ist man ja auch nicht den ganzen Tag im Hostel, sondern eigentlich nur zum Schlafen da (wenn man da nicht feiern geht ).