Royal Flying Doctor

Der Royal Flying Doctor Service ist so bekannt wie die Röte des Outback Australiens. Um die medizinische Versorgung jener Menschen zu gewährleisten, die in den entlegenen Regionen des fünften Kontinents leben, arbeiten bzw. reisen, wurde der Royal Flying Doctor Service, abgekürzt RFDS, gegründet.

Die Leistungen von Ärzten und Krankenschwestern stehen den Patienten regelmäßig und unentgeltlich zur Verfügung. Notfallversorgungen von Unfallopfern und lebensgefährlich erkrankten Patienten werden rund um die Uhr durchgeführt.

Zusätzlich nehmen die Mitarbeiter Ferndiagnosen und -versorgungen via Radio oder Telefon vor. Sind die erforderlichen Medikamente und Equipments in den isolierten Gebieten ausreichend vorhanden, wird diese Methode so oft wie möglich angewendet.

Erfordert die Behandlung eines Patienten den Transport in ein Krankenhaus einer größeren Stadt, übernimmt der Royal Flying Doctors Service den Transport. Gegründet wurde Royal Flying Doctor Service von Reverend Dr. James Flynn (1880 – 1951) im Jahre 1928. Flynn erkannte, dass der kombinierte Einsatz von Flugzeugen und Radios die Gesundheitsversorgung in den dünnbesiedelten Gebieten Australiens grundlegend verbessern könnten.

Das erste fliegende Behandlungszimmer hob am 17. Mai 1928 in Clonscurry (Queensland) ab. Ab 1931 wurde der Dienst unter dem Namen “Aerial Medical Service“ national angeboten.

Erst im Jahres 1942 wurde die Orgnisation in den Flying Doctor Service umbenannt. Ab 1955 durften die fliegenden Ärzte das “Royal“ davor setzen. Nicht nur Patienten im Outback werden von den fliegenden Ärzten versorgt: Auch Inselregionen, wie zum Beispiel Elizabeth Island im Great Barrier Reef, werden vom RFDS angeflogen.

Ein Team besteht vorwiegend aus einem Piloten und einer Krankenschwester. Nur im Falles von schwer kranken oder verletzten fliegt ein Arzt mit in das Einsatzgebiet. Zwanzig Prozent der Einsätze des Flying Doctor Service. D

ie Piloten müssten besonders geschult sein, da die regionalen Bedingungen sie immer wieder zu Landungen unter erschwerten, oft auch unter gefährlichen Umständen zwingen: Wege werden als Start- und Landebahnen benutzt. Autoscheinwerfer werden zu Signalleuchten umfunktioniert, um den Piloten bei der Landung zu unterstützen.

Der Flying Doctor Service verfügt über 50 Flugzeuge der Typen PC-12 und King Air, die zu fliegenden Behandlungszimmern umgebaut wurden. Neben einer vollständigen medizinischen Notfallaussrüstung, wie zum Beispiel Inkubatoren, sind die Flugzeuge mit einer zusätzlichen Batterie für die medizische Versorgung ausgestattet.

Interaktion zwischen dem Piloten und den medizinischen Crewmitgliedern in der Kabine wird durch ein eigenes Kommunikationssystem ermöglicht. Finanziert wird RFDS von den Regierungen und vom Commonwealth. Allerdings ist die Organisation zum großen Teil von Spenden kleinerer Unternehmen sowie der Öffentlichkeit abhängig, um Flugzeuge sowie das medizinische Equipment im ausreichenden Maße bereitstellen zu können.