Royal Botanic Gardens Melbourne

Royal Botanic Gardens Melbourne

Melbournes Klima erlaubt einen exotischen Mix von Pflanzen aus aller Welt

Ein geeigneter Ort also, für einen botanischen Garten in Übergröße. Dies dachte sich wohl auch Lieutnant Governor Charles de la Trobe. Er suchte den Platz am südlichen Ufer des Yarra Flusses als Anlage für Royal Botanic Gardens aus. Seit der Eröffnung im Jahre 1846 gedeihen hier rund 51.000 einzelne Pflanzen, aus bis zu
12.000 verschiedenen Arten. Die Gärten sind aber nicht nur Heimat etlicher Pflanzen, sondern bieten auch einen geschützten Lebensraum für viele Tiere.

Unter anderem gehören vor allem einheimische Vogelarten dazu, wie schwarze
Schwäne, Schmuckvögel, Kakadus und Kookaburras. Letztere werden auch „lachender Hans“ genannt.

Einer der gefragtesten Gärtner des 19. Jahrhunderts, Ferdinand von Mueller, wurde 1857 zum ersten Vollzeit-Direktor von Royal Botanic Gardens ernannt. Er
legte The National Herbarium of Victoria an, pflanzte eine ganze Reihe Pflanzenarten aus aller Welt und gründete das wissenschaftliche Zentrum der Anlage. Verantwortlich für des Gartens berühmten Stil, welcher gebräuchlich als
„picturesque“ bezeichnet wird, ist der Landschaftsgärtner William Guilfoyle. Er galt seiner Zeit als „Genie“ des Gartenbaus. 1873 wurde er Nachfolger von Ferdinand Mueller. Guilfoyle lies in Royal Botanic Gardens weitläufige Grünflächen, gewundene Wege und glitzernde Seen anlegen.

Die zu bewundernden Pflanzen sind angeordnet in Hauptgruppen oder sogenannten Sammlungen. Zu den 17 wichtigsten Sammlungen gehören California Garden
(Kalifornischer Garten), Roses (Rosen) und Cycad Collection (Sammlung von Palmfarnen). California Gardens beherbergt Pflanzen, welche normalerweise im US-Bundesstaat Kalifornien zu finden sind. Dass sie in Melbourne ebenso gut gedeihen liegt daran, dass das viktorianische Klima dem kalifornischen sehr ähnlich ist. Lima und geographische Lagen variieren an beiden Orten sehr stark: heiße und
trockene Wüsten, gemäßigtes Küstenklima, Heidelandschaften und windige Bergspitzen.

Lebende Fossilien werden mit der Sammlung von Palmfarnen versucht am Aussterben zu hindern. Palmfarne wuchsen schon zur Zeit der Dinosaurier vor etwa 140 bis 200 Millionen Jahren. Heute gibt es in Australien noch knapp 80 Arten,
welche in freier Natur vorkommen.

Der beliebtesten Blume der Welt ist ebenfalls eine Sammlung gewidmet. Rosen in allen Farben, Formen und Düften, welche die Palette der Spezies hergibt sind hier zu finden.

Melbounres Gartenanlage hat jedoch noch eine größere Aufgabe als einfach nur hübsch auszusehen. Royal Botanic Gardens spielt eine große Rolle beim Schutz und bei der Erhaltung von Pflanzen. Es gibt ein spezielles Beet, nur für
seltene und vom Aussterben bedrohte Arten der viktorianischen Flora. Das Beet dient auch zur Aufklärung der Öffentlichkeit zum Thema „Seltene und gefährdete
Pflanzenarten“.

Geöffnet hat die beliebte Gartenschau jeden Tag des Jahres von 7.30 Uhr früh bis Sonnenuntergang.