Kangoroo Island

Adelaide gilt als das Tor zum Outback. Fährt von der Hauptstadt Südaustraliens weiter runter nach Süden gelangt man durch einzigartige bergigen Kraterlandschaften, in denen unter anderem Wein angebaut wird, nach Cape Jervis.

Dort liegen die Fähren vor Anker, die nach Kangoroo Island übersetzen. Auf dieser Insel findet man nicht nur eine einzigartige Flora und Fauna. Vielmehr stellt die Insel Südaustralien im Kleinformat da: Meer, Küste, Bushlandschaften, verlassene Regionen, die Besucher mit rotem Staub empfangen. Mit einer Länge von rund 155 Kilometer und 55 Kilometer Breite, ist Kangoroo Island die drittgrößte Insel, die Australien vorgelagert ist. Im Jahre 1802 wurde Kangoroo Island von dem Engländer Captain Matthew Flinders während einer Forschungsreise entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war die Insel unbewohnt.

Seit den Dreißigern des 20. Jahrhunderts wurden quer über die Insel Spuren gefunden, die darauf hindeuten, dass Aboriginals die Insel durchaus bewohnt haben. Heute wird davon ausgegangen, dass Aboriginals bis vor etwa 2.000 Jahren Kangoroo Island bewohnt haben. Allerdings ist bis heute unbekannt, wann und weshalb sie die Kangoroo Island verlassen haben. Es bleibt die Vermutung lebensfeindlicher Bedingungen, da die Ureinwohner die Insel als “Land of the Dead“ bezeichneten. Die ersten Bewohner der Insel seit den Aboriginals waren Seeleute und geflüchtete Gefangene. Sie lebten gesetzlos auf Kangoroo Island, ernährten sich durch die Jagd der heimischen Wildtiere. Tierfelle und Salz wurden gegen Alkohol und Tabak getauscht.

Heutzutage ist Kangoroo Island in die Regionen Dudley Peninsula, American River, Heartland, North und South Coast, West End sowie in die Inselhauptstadt Kingscote unterteilt. Aufgrund ihrere Isolation ist die Insel nicht im gleichen Ausmaß von den Folgen der Besiedlung durch die Europäer betroffen gewesen, wie Flora und Fauna auf dem australischen Festland.

Da auf Kangoroo Island strikte Quarantänevorschriften gelten, leben auf der Insel noch Tiere und Pflanzen, die auf dem Festland bereits ausgestorben sind oder zumindest davon bedroht sind. Honig darf vom Festland aus nicht eingeführt werden, ebenso wenig wie Füchse oder Kaninchen. Auf der gesamten Inselfläche sind diese Tiere heute nicht zu finden.

Um die Natur weitmöglichst zu schützen, sind in vielen Regionen und Nationalparks von Kangoroo Island Haustiere allgemein verboten. Mehr als die Hälfte der ursprünglich einheimischen Vegetation der Insel ist bis heute erhalten geblieben, die größtenteils im Rahmen von Nationalparks und Naturschutzgebieten gepflegt wird. Insbegesamt sind über 280 Tier- und mehr als 900 Pflanzenarten auf Kangoroo Island heimisch.

Viele Tiere der Insel sind nachtaktiv. Dennoch kann man auch tagsüber Tiere, wie das Kangoroo Island-Känguru, Tammar-Wallabies, Ringbeutler (Brushtail Possum) oder einen Schnabeligel (Short Beaked Echidna) sehen. Dafür braucht man weniger Glück, als das vielmehr Ruhe, Zeit und genaues Hinsehen notwendig sind. Ebenso leben an der Südküste von Kangoroo Island der Australische Seelöwe sowie die Neuseeländische Pelzrobbe heimisch.

Diesen Lebensraum teilen sie sich unter anderem mit den Kleinen Pinguinen. Unter der Führung verantwortlicher Ranger, kann man sehr Nahe an die Tiere herankommen. Neben seiner Naturvielfalt an Land, bietet das saubere, klare Wasser rund um die Küste herum, Möglichkeiten tauchend und schnorchelnd die Region erkunden. Um die Insel herum liegen diverse Wracks vergangener Schiffunglücke, wovon einige für Taucher zugänglich gemacht wurden. Oberhalb der Wasseroberfläche gibt es eine Vielzahl an Angelgebieten, die jedoch allesamt unter dem obersten Gebot des Naturschutzes erfolgen.