Hahndorf

Schutzenfest, ein deutsches Dorf, Weingüter preußischer und schlesischer Immigranten.

Der Staat South Australia ist durch viele deutsche Einwanderer charaktrisiert. Vor allem um die Jahrhundertwende verließen tausende Deutsche ihre Heimat, in der Hoffnung auf ein neues Leben auf dem fünften Kontinent. Entlang der Küsten Südaustraliens bis hinein in die ausgedehnten Bushlandschaften bauten die Siedler ihre Farmen und Weingüter auf. Etwa 30 Kilometer von Adelaide, der Hauptstadt South Australias, entfernt liegt Hahndorf. Mancher Schüler werden diesen Namen bereits schon einmal im Englischunterricht gehört haben. Exakt befindet sich das “german village“ nordöstlich der Hauptstadt in den Adelaide Hills.

Deutsche Lutheraner gründeten das Dorf im Jahre 1839 und benannten es nach Dirk Meinertz Hahn (1804- 1860). Dieser führte als Kapitän die ersten deutschen Pioniere in die Adelaide Hills. Deutsche Immigranten besiedelten vor allem zwischen 1837 und 1900 Südaustralien. Unsicherheit bedingt durch den Wandel in Europa veranlasste viele Menschen ihr Heimatland zu verlassen, in der Hoffnung auf ein bessere, wohlhabenderes Leben in Übersee zu beginnen. Vermehrt wanderten auch jene Menschen aus mit dem Ziel ihre Glaubensrichtung frei leben zu können. Ein Pastor namens August Kavel geleitete die erste Hauptgruppe nicht englischsprachiger Immigranten nach Australien.

Die meisten von ihnen kamen aus dem früheren Preußen und Schlesien. Ursprünglich plante Kavel Auswanderungen ins russische Zarenreich und nach Nordamerika. Nachdem solche Vorhaben scheiterten, trat der Pastor mit George Fife Angas, einem wohlhabenden britischen Philantrophen, in Kontakt. Letzerer hegte starke Geschäftsinteressen sowohl zu Südaustralien als auch Deutschland. Aus diesem Grunde erforderte es nicht viel Überzeugungsarbeit Angas für die Unterstützung der deutschen Auswanderer zu gewinnen. Er unterstützte die Organisation der Reise nach Südaustralien und stellte ausreichende Gelddarlehen zu Verfügung, um die Gründung der ersten deutschstämmigen Kolonien zu ermöglichen.

Besucher Hahndorfs können sich heute an Fachwerkhäusern sowie “deutsche Wurst“ und “deutscher Kuchen“ erfreuen. Gemeint sind damit vor allem Bienenstichen und Salami. Mit den fleischlichen Zutaten der Salami darf man es allerdings nicht immer so ganz genau nehmen, da gerne auch einmal Kängurufleisch als Zutat dient.

Bei Ankunft auf der “Main Road“ des Ortes werden Besucher durchaus mit Musik im Stile einer bayrischen Blaskapelle, die aus den Lautsprechern eines Restaurants tönt, in Empfang genommen. Verlässt man die Straßen der “Main Road“ mit dem obligatorischem Nepp,entdeckt man die versteckten Wohnhäuser der Hanhndorfer. Schriften auf dem Friedhof und an der Schule Hahndorfs zeugen von den deutschen Wurzeln.

Der berühmteste Bewohner von Hahndorf war ebenfalls ein Deutscher: Der Maler Hans Heysen (1877 – 1969). Geboren im norddeutschen Hamburg, wanderte seine Familie einige Jahre später nach nach Südaustralien aus. Im Laufe seines Lebens avancierte der Heysen zum berühmtesten Maler ganz Australiens. Heute sind sowohl sein einstiges Wohnhaus als auch das Atelier am Rande des Ortes Hahndorf zu besichtigen.