Das australische Bildungssystem genießt spätestens seit der ersten PISA-Studie aus dem Jahre 2000 einen außerordentlich guten Ruf und es kann sich trotz der geographischen Weite des Landes einer extrem hohen Alphabetisierungsrate von 99 % erfreuen, die dem deutschen Standard entspricht. Grund hierür könnte die einheitliche Struktur des Schulsystems sein, das seinen Schülern nach britischem Vorbild erlaubt, ihre individuellen Möglichkeiten im Rahmen kompatibler, durchlässiger und aufeinenader aufbauender Bildungsmodule auszuschöpfen und das auf diese Weise „Bildungssackgassen“ vermeidet. Auch könnte ein längeres gemeinsamens Lernen durch die sechs- bis siebenjährige Grundbildung in der Primary School zu insgesamt besseren Schulleistungen führen. Besondere Programme und über Funk abgehaltener Unterricht zur Unterstützung von im Outback lebenden Kindern unterstreichen zusätzlich den Stellenwert der Bildung in der Australischen Gesellschaft.

Jedoch kämpft auch das australische Bildungssystem mit Problemen, wie beispielsweise der noch rückständigen Alphabetisierungsrate seiner Ureinwohner. Dieser Mißstand dürfte eng mit den gravierenden sozialen und kulturellen Problemen dieser ethnischen Minderheit zusammenhängen und den daraus folgenden begrenzten Möglichkeiten der persönlichen und politischen Entfaltung.

Doch auch hier bemühen sich seit Jahren sowohl staatliche Einrichtungen als auch humanitäre und kirchliche Organisationen um die Chancengleichheit und die Verbesserung des Zugangs zu Bildung und seiner Reichweite, so dass Australien auch in den kommenden Jahren seine Vorbildfunktion beibehalten kann.