Campervan in Australien

Wem der Kauf eines Campervans viel zu umständlich und riskant ist, wer nur für eine kurze Zeit durch die Lande fahren möchte oder wer befürchtet, das Fahrzeug am Ende des Australienaufenthalts nicht zu einem vernünftigen Preis wieder verkaufen zu können, für den gibt es nur eine Alternative: Mieten! Warum auch nicht: Alle Formalien werden vom Vermieter geregelt, man braucht keine Angst zu haben, das einem der Wagen an der nächsten Straßenecke auseinander fällt und man kann ihn ganz einfach nach dem gewünschten Zeitraum wieder abgeben.

Jetzt muss nur noch der passende Campervan gefunden werden. Das Angebot ist reichhaltig und so sollten zunächst einmal einige grundsätzliche Fragen geklärt werden, die auf die Wahl eines geeigneten Campervans Einfluss nehmen:

Wie hoch sind die Ansprüche an Komfort und Ausstattung? Die Bandbreite reicht vom Luxusvan mit allem erdenklichen Komfort und Komplettausstattung bis zum gammeligen Uralt-Schrottvan mit Minimalausstattung (Matratze, Gaskocher) und Null Komfort.

 

Welche Strecke soll zurückgelegt werden?

Wie lange soll der Campervan gemietet werden? Die Antwort auf diese Frage hängt von vielen Faktoren ab, z.B. dem verfügbaren Budget, der geplanten Strecke und dem geplanten Fahrpensum pro Tag.

Empfehlung: Wer große Distanzen hinter sich bringen möchte, deshalb lange unterwegs sein wird und den Campervan tatsächlich sowohl als fahrbaren Untersatz wie auch als Ersatz für Bett und Küche im Hostel nutzen möchte, der sollte ein paar Dollar mehr investieren und sich nicht den billigsten Schrottvan aussuchen.

Eine Recherche im Internet ist die einfachste Möglichkeit, um sich einen Überblick über das Angebot an Campervans zu verschaffen:

http://www.wickedcampers.com.au/
http://www.backpackercampervans.com.au/cheap-campervans/394/Australia+Home.aspx
http://www.hippiecamper.com/
http://www.jucy.com.au/

Zur Buchung ist es ratsam, an einen Traveldesk (in einigen Hostels verfügbar) oder in eines der Backpacker-Reisebüros wie z.B. „Peter Pans Adventure Travel”, „Global Gossip Travel Office”, „Travelbugs” oder „Tribal Travel” zu gehen.

Neben einer Prüfung der Verfügbarkeit kann hier auch ein Preisvergleich zwischen den verschiedenen Anbietern erstellt werden und die Mitarbeiter können Erfahrungen ehemaliger Mieter weitergeben. Einschränkend muss dabei immer bedacht werden, dass einige Anbieter kein flächendeckendes Netz von Annahme- und Rückgabestationen haben.

Zu den wohl günstigsten Campervans zählen die Wickedcamper. Dies sind zumeist uralte, aber aufwendig lackierte Vans, die notdürftig zum Campervan umgebaut wurden, nur mit dem Nötigsten ausgestattet sind und keinesfalls mit dem komfortablen Jucy-Camper zu vergleichen sind.

Für eine Woche im Wickedcamper und „one way Strecke” sollten inklusive Versicherung ca. 700 aus$ einkalkuliert werden. Letztendlich entscheidet sich der Preis jedoch nach Region (Westaustralien, Ostküste etc.) und Saison: Zur „peak-season“ (der Hochsaison, z.B. zum Jahreswechsel) gibt es einen Campervan auch nur zum „peak-price“ der durchaus 300 aus$ höher sein kann.

Bei der Abholung des Campervans ist eine Kaution zu hinterlegen, die je nach Vermieter und Wert des Fahrzeugs unterschiedlich hoch sein kann. Rein theoretisch kann die Kaution in Bar hinterlegt werden, die Vermieter bevorzugen jedoch die Verrechnung über eine Kredit- oder Bankkarte.

Weiterhin müssen ein Führerschein und der Pass vorgelegt werden. Der deutsche Führerschein wird fast überall akzeptiert, so dass es nicht zwingend notwendig ist, sich einen internationalen Führerschein zu besorgen.

Tipp: Bei Abholung des Fahrzeugs ist eine Haftpflichtversicherung („third party insurance“) abzuschließen, die zumeist eine Selbstbeteiligung im Schadensfall („excess“) von 2.000 aus$ beinhaltet.

Wem dieses Risiko zu hoch ist, der kann durch einen erhöhten Versicherungsbeitrag die Selbstbeteiligung reduzieren oder ganz ausschließen. Nachrechnen lohnt sich, denn dieser zusätzliche Versicherungsbeitrag ist oftmals so hoch, dass es sich bei längerfristigen Mieten nicht mehr rechnet.

Down-Under per Hippie-Bus - Der Weg ist das Ziel

Ein Camper Van ist ein Freund, ein Bett, ein Haus, ein Frauen/Männermagnet, ein Abstelllager, ein Soundsystem, ein Partyepizentrum und vor allem ist ein Bus Freiheit!

Mit einem Bus wird jeder Ort zum Paradies und fortan erfüllt sich jede Sekunde Lebenszeit mit einem Gefühl tiefster Zufriedenheit und Geborgenheit. Für diejenigen, die sich ihre Abenteuer nicht von der Stange kaufen wollen, ist es empfehlenswert, sich am australischen Anzeigenmarkt nach einem geeigneten Schneckenhaus umzusehen.

Schnell wird man fündig, ist man bereit, das nötige Bargeld vorzustrecken und die Anmeldeprozedur auf sich zu nehmen. Die richtigen Schlagworte in der Suchmaschine führen einen zu diversen Ad- Plattformen (Links siehe unten). Vor Ort findet man auch Infos auf den schwarzen Brettern der Hostels, wo man sein Traumauto vom Visum- Ablauf-Stressgeplagten zum Schleuderpreis abzweigen kann.

So erwarb eine Freundin von mir einen astreinen VW T2 schon um 700,-- EUR. In den Fahrzeugen steckt oftmals viel Liebe, und so kann ein c2c-Geschäft auch zu Tränenausbrüchen führen: Den der Bus ist gleich nach dem Hund der Zum Lenken des erworbenen Vehikels benötigt man einen internationalen Führerschein. Dieser kostet lediglich ein Bagatelle und ist beim der Führerscheinstelle, oder auch beim ADAC (GER) oder ÖAMTC (AUT) bzw. dem ACS (SUI) zu beantragen und binnen weniger Werktage fertig.

Leider muss man beim Anmelden des Autos nach Vertragsunterzeichnung auch eine australische Postadresse angeben. Es ist also nie schlecht, ein paar Bekannte aus Oz vorweg zu kontaktieren, oder den Rezeptionisten im Hostel ein paar Dollar zukommen zu lassen.

Ein Bus empfiehlt sich grundsätzlich auch auf Grund der Unmengen an Unterhaltungsmaterialien und Backpacker, die man irgendwo verstauen muss (links). Campingvan for $ 4.000! Amazing, recently reconditioned Jimi Hendrix Rock & Roll campervan. Reduced from $ 6.000 for quick sale. Regretful sale due to loss of license for extended period.” beste Freund des Menschen (rechts).

Spätestens, wenn man sich zum Kauf eines Wellenreitbrettes verleitet fühlt, sieht man ein, dass es ohne Bus nicht geht. Anmeldeprozedere ist um ein Vielfaches einfacher als in Europa und sollte nach 2 Tagen abgeschlossen sein.

Ratsam ist auch der Kauf eines Navigationssystems bzw. der Download von australischem Kartenmaterial, denn ständiges Verfahren über Monate kann sich schnell auf eine oder mehrere Tankfüllungen summieren.

Außerdem kommt man schneller ans Ziel. Seite Wer schon mit dem Hippie-Bus unterwegs ist, sollte sich auch über das Programm „Word Wide Opportunities on Organic Farms“ erkundigen. Übrigens ist „wwoofen“ auch ohne work&travel-Visum erlaubt.