Campervan Australien – Autokauf in Australien

Ob mit Bus, Bahn oder Flugzeug: In Australien gibt es viel zu entdecken. Sei es die Ostküste mit ihren Stränden, den Inseln wie z.B. Fraser Island, der Süden Australiens mit der wunderschönen Great Ocean Road oder einfach nur das weite Nichts in der Mitte des Landes und an Teilen der Westküste.

Natürlich sind viele Ziele ganz leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, aber ist nicht manchmal auch der Weg das Ziel?

Was verpasst man, während man hoch über der Erde von einem Airport zum nächsten jettet oder schlafend neben zig weiteren Reisenden in einem Bus sitzt?

Wer die Schönheiten und Besonderheiten dieses riesigen Landes in größtmöglicher Unabhängigkeit selbst entdecken möchte, der wird um eine Reise mit dem Campervan nicht herum kommen.

Und trotz aller zivilisatorischer Errungenschaften des modernen Lebens ist bei dieser Art des Reisen immer auch ein bisschen Abenteuer mit im Spiel: Ein fremdes Land, ein fremder Wagen, der für Deutsche ungewohnte Linksverkehr und jeden Tag erneut die reizvolle Ungewissheit, wo denn wohl die nächste Nacht verbracht wird.

Ist erst einmal die Entscheidung für eine Reise mit dem Campervan gefallen, stellt sich nur noch die Frage: Kaufen oder mieten? Beim Kauf eines Gebrauchtwagens spielen Alter, Kilometerleistung und Zustand des Wagens im Verhältnis zum Preis eine entscheidende Rolle.

Die technische Funktionsfähigkeit eines Gebrauchtwagens muss durch ein Zertifikat, das „road-worthy certificate“ (in Sydney auch „pink slip“ genannt), vergleichbar mit der deutschen TÜV-Plakette, nachgewiesen werden. Trotzdem entpuppen sich das besonders günstige Schnäppchen oder der vom Verkäufer empfohlene perfekte Deal unter Umständen schon nach wenigen Kilometern als die absolute finanzielle Katastrophe und im Reisetagebuch sind dann nicht die Erlebnisse auf dem Weg zu den australischen Sehenswürdigkeiten, sondern in diversen Autowerkstätten zu finden.

Eine verlässliche Beurteilung des technischen Zustandes ist für gelernte Automechaniker selbstverständlich kein Problem. Alle anderen sollten sich aber eher auf fachlichen Rat verlassen als den vollmundigen Versprechungen eines Gebrauchtwagenhändlers oder des Vorbesitzers vertrauen. Die Möglichkeit eines unabhängigen Checks bieten zahlreiche Autowerkstätten und die NRMA MotorServe, eine Art australischer ADAC, die insbesondere im Großraum Sydney und in der Australia Capital Territory zahlreiche Servicestationen unterhält.

Eine „pre-purchase inspection“ kostet dort 199 aus$, bei mehr als zehn Jahre alten Fahrzeugen wird noch ein Zuschlag von 30 aus$ verlangt. Dieser Service ist somit nicht gerade geschenkt, er hilft jedoch, viel Ärger und hohe Reparaturrechnungen zu vermeiden.

 

Weitere Infos gibt es auf der Homepage der NRMA:

http://www.mynrma.com.au/cps/rde/xchg/mynrma/hs.xsl/vehicle_inspections.htm,

 

 

Tipp: Einige Autohändler, z.B. travellers-autobarn, bieten eine Rückkaufgarantie an. Hier muss jedoch unbedingt das Kleingedruckte gelesen werden, insbesondere zu den Rückgabebedingungen.

 

Das australische Rechtssystem hält noch zwei Überraschungen für Käufer von Autos parat:

Anders als in Deutschland haftet in Australien bei Verstößen im Straßenverkehr nicht nur der Fahrer, sondern auch der Fahrzeughalter. Wenn also ein Strafzettel vorliegt und beispielsweise der Fahrer nicht ermittelt werden kann, dann wird der Fahrzeughalter zur Zahlung aufgefordert.

Und zwar auch dann, wenn das Fahrzeug inzwischen den Besitzer gewechselt hat! So könnte die Freude über das frisch erworbene Fahrzeug schnell durch einen Strafzettel getrübt werden, den irgendein Fahrer in der Vergangenheit verursacht hat.

Eine zweite, noch wesentlich unangenehmere Überraschung könnte drohen, wenn es sich bei dem Gebrauchtwagen um ein gestohlenes Fahrzeug handelt oder wenn eine Bank noch Ansprüche aus einer Finanzierung auf dieses Fahrzeug hat. Dies kann im „register of encumbered vehicles“ REVS überprüft werden, das für jeden Bundesstaat separat geführt wird.

 

Das REVS für New South Wales kann beispielsweise über folgende Internetadresse erreicht werden:

http://www.mycreditfile.com.au/revs/revs_default.aspx.

Dort kann auch in Erfahrung gebracht werden, ob an einem Fahrzeug in der Vergangenheit der Kilometerzähler manipuliert wurde („odometer interferences“), ob die Fahrgestellnummer („vehicle identification number, VIN) für eine Neu-Registrierung zugelassen ist oder zu einem Schrottfahrzeug („written-off vehicle“) gehört.

Ziemlich kompliziert? Stimmt! Da es aber eine Art Fahrzeugbrief in Australien nicht gibt, müssen die durch den Brief dokumentierten Ansprüche durch einen Kaufinteressenten eben anders festgestellt werden…