Australier

G’day and No Worries – die Mentalität der Australier und einige Dinge, die man über Australien wissen sollte

Frühaufsteher Down Under

Australier sind Frühaufsteher. Ob es an daran liegt, dass es schon so bald morgens hell wird, oder an den vielen lauten Vögeln, die mit Sonnenaufgang anfangen verrückt zu spielen, weiß wohl keiner so genau. Aber eins ist sicher: je früher, desto besser. Manchmal sieht man Leute um 6 Uhr morgens joggen. Andere haben schon vor der Arbeit den Haushalt erledigt. Viele australische Kommilitonen finden es überhaupt nicht seltsam, sich um 8 Uhr morgens zu einem Gruppentreffen zu treffen, dass doch auch erst drei Stunden später beginnen könnte. Auch als internationaler Student gewöhnt man sich schnell daran, früh aufzustehen – schließlich will man ja nichts verpassen.

Öffnungszeiten der Geschäfte

Zwar beginnt der Tag der Australier sehr früh, genauso bald endet er aber auch. Wenn man sich nach einem langen Tag denkt, man könne noch einmal schnell einkaufen gehen, wird daraus meistens nichts. Die Supermärkte schließen in der Regel spätestens um 18 Uhr. An einem Tag in der Woche haben sie allerdings länger geöffnet. Aber auch alle anderen Läden schließen recht früh. Um 17 Uhr sind die Geschäfte in Einkaufszentren und in den Straßen bereits geschlossen und die Angestellten haben Feierabend. Bessere Öffnungszeiten im Verhältnis zu Europa haben aber die Banken.

Service, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft

Die Banken haben nicht nur bessere Öffnungszeiten sondern auch den deutlich besseren Service. Man wird kompetent beraten und nebenbei wird man noch gefragt, ob es einem auch gut gehe und was man zur Zeit so mache. Die Angestellten interessieren sich für das Leben ihrer Kundschaft, sind dabei aber nicht aufdringlich. „How are you?“ ist der Beginn eines kurzen Gespräches, der den Aufenthalt in den meisten Geschäften und vor allem in Banken und Behörden etwas freundlicher gestaltet. Ohnehin sind die Aussies sehr freundlich und hilfsbereit. Weiß man einmal nicht weiter, reicht schon ein fragender Blick und man wird – anders als in den meisten Kulturen Europas –  angesprochen, ob einem weiter geholfen werden kann.

Pünktlichkeit und angebliche „laziness“

Man kann nicht behaupten, dass Australier immer unpünktlich sind. Manchmal kommt es aber schon vor. Was aber mit Sicherheit gesagt werden kann, ist, dass es keinesfalls schlimm ist, zu spät zu kommen. Ob bei einem Treffen mit Freunden oder zu Vorlesungen an der Universität – es scheint Australiern nichts auszumachen, wenn man verspätet erscheint. „No worries“, heißt es dann. Bei wichtigen Terminen sollte man aber pünktlich sein. Unpünktlichkeit wird in diesem Fall mit Unzuverlässlichkeit und Unfreundlichkeit gleichgesetzt . In diesem Zusammenhang soll auch die angebliche Faulheit der Australier angesprochen werden. Oft heißt es, Australier seien „lazy“. Dieses Wort trifft es aber eigentlich nicht. Australier sind aktiv und vor allem in den Städten findet man kein „lazy life“. Was aber zutrifft, ist die Tatsache das Australier relaxter sind und viele Dinge oftmals lockerer angehen. „No worries“ trifft es auch hier sehr gut.


Busfahrer – ein gutes Beispiel für das Gemüt der Australier

Die meisten Busfahrer sind ein tolles Beispiel für die Mentalität Down Under. Egal ob bei Tag oder Nacht, australische Busfahrer sind meistens bester Dinge. Sie grüßen die Fahrgäste, sind eine Hilfe beim Ticketkauf und bei Fragen hinsichtlich der Route und des richtigen Busses. Die Fahrgäste revanchieren sich für diese Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft und verabschieden und bedanken sich bei den Busfahren beim Aussteigen.

Alles in allem lässt sich feststellen, dass die Mentalität der Australier und der länger in Australien lebenden Menschen sehr stark vom Klima und von der multikulturellen Gesellschaft geprägt ist. Sicherlich stimmen die oben genannten Attribute nicht auf jeden Australier zu, generell kann man aber von Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit sprechen, wenn man Australier beschreibt.

Die australische Mentalität

Australien ist bekannt für den ‚easygoing’ Lifestyle seiner Einwohner. Sie gelten als freundlich, offen, unkompliziert und verbringen dem Klischee nach ihre Abende im Pub. Den typischen australischen Charakter zu beschreiben ist allerdings sehr schwierig, da Australier auch von ihren Herkunftsländern und deren Sitten beeinflusst werden.

Die Städte in Australien sind sehr multikulturell. Hier leben viele Einwanderer aus europäischen und asiatischen Ländern dicht beinander. Australier begegnen ihren Mitmenschen stets mit großem Respekt und haben Achtung vor fremden Religionen und Kulturen. Rassismus wird in Australien nicht toleriert. Das Miteinander ist für sie wichtiger als das Gegeneinander.

Da die Australier gemütliche Menschen sind, sind sie für ihre Arbeitsmoral weniger berühmt. In den Firmen gibt es weniger Konkurrenzverhalten und die Arbeitszeiten sind weitaus angenehmer. Die Kinder bekommen in der Schule weniger Druck zu spüren und können sich über längere Ferien freuen. Wer in Australien zur Schule geht, lernt einen komplett anderen Unterrichtsstil kennen.

Die Australier sind sehr freundlich. Wer „How are you?“ oder „How is it going?“  fragt, will aber nicht wirklich wissen, wie es dem anderen geht. Der Satz gehört zur Begrüßung dazu. Wenn man jemanden konkret um Hilfe bittet, heißt die Antwort stets „No worries, mate!“. Die Australier bedanken sich sogar beim Busfahrer mit „Thank you!“, wenn sie das Vehikel verlassen.

Außerdem sind sie bekannt für ihr ausgeprägtes Nationalitätsbewusstsein. Obwohl es sich ursprünglich um Einwanderer handelt, sind sie stolz auf ihr Land und fühlen sich stark damit verbunden. Nationale Feiertage wie der ‚Australia Day’ oder der ‚ANZAC Day’ werden mit Familie und Freunden im großen Stil gefeiert.

Aufgrund der guten Wetterverhältnisse sind die Australier äußerst sportlich unterwegs. Ihre Leidenschaft gilt dem Surfen, Cricket, Rugby und Golfsport. Sie bevorzugen das Fahrrad und nehmen das Auto für längere Fahrtstrecken. Doch sie sind keine schnellen Raser. Auch wenn 110 km/h auf dem Highway erlaubt sind, fahren meist nur die Trucker nahe am Limit.

Äußerlichkeiten sind den Australiern nicht so wichtig. Sie verschwenden wenig Zeit und Geld für materielle Dinge. Die Häuser sind meist spartanisch eingerichtet und auch bei der Klamottenwahl sind die Aussies nicht sehr wählerisch. Sie beurteilen ihr Gegenüber nach seinem Charakter und nicht nach Beruf, sozialem Status oder Aussehen.

Wenn Aussies zu einer Party einladen, gibt es meist ein Barbecue und Bier. Ansonsten verbringen sie ihre Freizeit am liebsten am Strand, in Sportclubs oder im Pub. Man sagt den Australiern nach, dass sie äußerst trinkfest seien. Da in Australien gern und oft Bier konsumiert wird, mag dies wohl stimmen.

Für Politik interessieren sich die wenigsten Australier. Lokale Probleme liegen ihnen mehr am Herzen. Wenn es um die Umwelt geht, zeigen sie großes Verständnis und engagieren sich. Sie genießen ihre Abgeschiedenheit zum Rest der Welt und viele, die in ländlichen Regionen leben, wollen gar nichts darüber wissen, was draußen in der großen, weiten Welt geschieht.

Multikulturalismus: verschiedenes Essen, verschiedene Feste, verschiedene Galubensrichtungen

Seit 1945 kamen mehr als sechs Millionen Menschen von überall her auf der Welt nach Australien, um dort zu leben. Heute sind 20 Prozent der Australier nicht in diesem Land geboren und mehr als 40 Prozent haben vermischte kulturelle Wurzeln. Privat werden in Australien 226 Sprachen gesprochen. Nach der englischen Sprache sind die am meisten verbreiteten Sprachen Italienisch, Griechisch, Kantonesisch und Arabisch.

Australiens reichhaltige Kulturvielfältigkeit spiegelt sich im Essen wieder, das die allermeisten großen Küchen der Welt vereint. Europäische Geschmacksrichtungen, asiatische Gewürze, sowie Geschmäcker aus Afrika und dem Mittleren Osten sowie Speisen “aus dem Busch” sind allesamt dabei.

Der Schmelztiegel der Kulturen ist zudem auch in den vielen, farbenprächtigen Festen wiederzuerkennen: Samba und Capoeira beim „Bondi’s Brazilian South American Festival“, eine Drachenparade während der Feier des „Chinese New Year“ oder ganze Straßen die sich während der jährlichen Italien-Feste in ein lebhaftes Piazza verwandeln. Als eine Nation umfasst Australien auch einen regelrechten Regenbogen von verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen. Einige von ihnen sind Katholizismus, Anglizismus, Hinduismus, Sikh, Buddhismus, Islam und das Judentum.

Australien Kultur & Gepflogenheiten

Kultur und Gesellschaft

In Australien wirst du vermutlich einen neuen Lifestyle, andere Werte und "Etikette" kennenlernen, die dir vorher fremd gewesen ist. Es gibt in Australien nicht die "eine" Kultur, du wirst dich mit vielen verschiedenen Menschen und Lebensformen auseinandersetzen.

Vielleicht ein paar nützliche Tipps zum australischen Lifestyle:

  • Persönliche Anrede: Wenn du mit Leuten deinen Alters redest, kannst du sie mit ihrem Vornamen ansprechen. Ältere Menschen solltest du mit Mr., Mrs. Oder Ms. Anreden, bis du sie besser kennenlernst oder sie die ihren Vornamen anbieten.
  • Begrüßung: good morning, good afternoon und good evening sind sehr formale Begrüßungsformen. Informeller wäre hello oder hi.
  • Bitten und Danken: please und thank you.
  • Persönliche Freiheit: Australien ist ein großes Land, die Leute dort sind also viel Platz gewohnt. Es ist eher ungewöhnlich, dass man irgendwo sehr nah beieinander stehen muss. Versuche immer, eine Armlänge Abstand zwischen dir und anderen zu lassen.
  • Kleidung: Australier kleiden sich meistens lässig. Solltest du Abendkleidung tragen sollen, wird dir vorher Bescheid gegeben. Fühle dich frei, zu tragen was dir gefällt.
  • Warteschlange: Die Leute stellen sich in eine Schlange, wenn sie auf etwas warten (z.B. Taxi, Bus, Ticketschalter oder bei der Bank). Drängele dich niemals vor und bedränge auch nicht die Leute vor dir, das wird nicht toleriert.
  • Pünktlichkeit: Wenn du einen Termin nicht wahrnehmen kannst oder dich aus verschiedenen Gründen verspäten solltest, rufe immer vorher an und sag Bescheid.
  • Rauchen: Das Rauchen ist in Gerichtsgebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Flughäfen, im Theater, in Einkaufszentren und Geschäften und vielen Restaurants untersagt. Frag lieber, bevor du dir eine Zigarette anzündest.
  • Gleichberechtigung: Australier glauben daran, dass alle Menschen die gleichen sozialen und politischen Rechte haben und wollen gleichberechtigt behandelt werden!
  • Spucken in der Öffentlichkeit ist verboten und kann dir eine Anzeige einbringen.
  • Hygiene: um die Verbreitung von Bakterien und Krankheiten zu vermeiden, benutze ein Taschentuch, wenn du niesen musst oder deine Nase putzt. Wasche deine Hände vor jeder Mahlzeit, nachdem du das Bad benutzt hast, nach dem Spielen mit Tieren oder wenn du eine Erkältung hast. In Australien ist es eine Höflichkeit, täglich zu duschen und Deodorant zu verwenden.
  • Müll: In Australien ist ein Umweltverschmutzung ein Vergehen. Die Menschen hier achten sehr auf ihre Umwelt. Wenn du deinen Müll unbeachtet wegwirfst, kannst du dafür anbelangt werden.
  • Tischmanieren: Normalerweise benutzt man in Australien Besteck bei den Mahlzeiten. Wenn es etwas informeller zugeht, wie z.B.  bei eine Picknick oder einem Grillabend, kannst du natürlich mit Händen essen.

Berühmte Australier

Berühmte Australier – eine kleine Auswahl

Diese Australier haben es geschafft und sind weltberühmt.

Nicole Kidman: Die talentierte Schauspielerin und Regisseurin wurde zwar auf Hawaii geboren, allerdings ist sie in Australien, in einem Vorort von Sydney, aufgewachsen – nicht umsonst hat sie die Hauptrolle in dem Film Australia gespielt, der 2008 in den Kinos lief.

Hugh Jackman: An der Seite von Nicole Kidman sah man in Australia den australischen Schauspieler Hugh Jackman. Vor allem in dem Film Prestige – Meister der Magie überzeugte Jackman das Publikum.  Der Schauspieler hat im Jahr 1988 ein Studium an der University of Technology in Sydney aufgenommen und hat drei Jahre später seinen Abschluss in Kommunikationswissenschaften (Bachelor of Arts) gemacht.

Lleyton Glynn Hewitt: Der australische Tennisspieler wurde in Adelaide geboren. Im Jahr 2001 wurde er als jüngster Tennisspieler die Spitze der ATP-Weltrangliste. Seine besten Tennisjahre hat Hewitt hinter sich gelassen und die Australian Open hat er leider nicht gewonnen.

Kylie Minogue: Die Sängerin und Schauspielerin wurde im Jahr 1968 in Melbourne geboren. Ihre erste richtige Rolle hatte Kylie Minogue in „The Sullivans“, eine australische Fernsehserie.

Russell Crowe: Zwar wurde der Schauspieler und Musiker in Neuseeland geboren, allerdings zog seine Familie nach Australien, als er vier Jahre alt war. Im Jahr 2000 hat Russell Crowe den Oscar für den besten Darsteller für den Film Gladiator erhalten.

Die Bee Gees: In den vierziger Jahren wurden die drei Brüder Barry, Robin und Maurice Gibb auf der Insel Isle of Man geboren. Im Jahr 1958 ist die Familie dann nach Down Under gezogen. Bereits zwei Jahre später war die Popgruppe in einer Fernsehshow in Australiens zu sehen und zu hören.

Cate Blanchett: Die Oscar-Preisträgerin wurde in Melbourne geboren. Ihre Schauspielausbildung hat sie am National Institute of Dramatic Art in Sydney absolviert. Den Oscar erhielt sie im Jahr 2005 als beste Nebendarstellerin für den Film Aviator.

Barrie Kosky: Der australische Opern-Regisseur lebt mittlerweile in Deutschland. Im Jahr 2009 hat der den Faustpreis für „Aus einem Totenhaus“ erhalten.

Paul Hogan: Der Schauspieler wurde in Lightning Ridge im Bundesstaat New South Wales geboren. Berühmt wurde er durch die Komödien „Crocodile Dundee“.

Stephen Robert Irwin: Bekannt wurde der Australier unter dem Spitznamen “Steve” und mit der Serie „The Crocodile Hunter“ Der Dokumentarfilmer ist leider im Jahr 2006 verstorben.

ACDC: Die australische Hard-Rock Band gibt es seit dem Jahr 1973. ACDC gilt als eine der Vorreiterbands des Hard Rocks und ist eine der bekanntesten Bands weltweit.

Australische Mentalität

Obwohl es natürlich unmöglich ist allgemeingültige Dinge über die Mentalität „der Australier“ zu schreiben, werde ich versuchen meine persönlichen Erfahrungen als Neuankömmling hier mit einfließen zu lassen um Ihnen eine Idee zu geben, was Sie in Australien erwartet.

Der „Australien Way of Life“ unterscheidet sich sehr stark vom deutschen Lebensgefühl und ist so ziemlich das genaue Gegenteil. Es ist genau das was die meisten Einwanderer an Australien besonders schätzen. “No worries, mate!” ist einer der Sätze, die ein „Freshy“ in den ersten Tagen bereits gefühlte hunderte Male hören wird. Das gesamte Lebensgefühl ist wesentlich lockerer/unbeschwerter und daher ist Australien auch für seine entspannte Arbeitsmoral berühmt. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass hier alle den ganzen Tag am Strand herumliegen denn wie überall auf der Welt arbeiten auch Australier sehr hart, nehmen sich und ihren Job aber weniger ernst und versuchen auch aus negativen Ereignissen immer das Beste zu machen. Genau diese entspannte Art macht es einigen deutschen Einwanderern zu Anfang aber auch sehr schwer, denn Dinge dauern hier manchmal etwas länger und gehen auch auf Druck nicht wirklich schneller. Australier zu hetzen bringt relativ wenig und man sollte sich daher lieber in Geduld üben.

Die meisten Australier reden sehr frei von der Leber weg und machen aus ihrer Meinung keinen Hehl. Am ehesten fühlte ich mich was diesen Punkt betrifft zunächst an Berliner oder Kölner erinnert, die ja Deutschlandweit für ihre Offenheit bekannt sind.

Australier stehen zu ihrem Wort und eine Einladung ist auch wirklich als solche gemeint und nicht nur eine höfliche Floskel. Man wird sehr schnell in die australische Familie mit aufgenommen und auch zu offizielleren Festen wie Geburtstag, Weihnachten oder Ostern umgehend mit eingeladen. Werden Sie zu einem Australier nach Hause eingeladen, so sollten Sie diese Einladung ganz ungezwungen annehmen, da dies keinerlei offiziellen Charakter hat. Man darf aber, anders als in Deutschland nicht erwarten, dass man als Gast behandelt wird. Sie werden vielmehr spätestens nach der zweiten Einladung als extended family angesehen und entsprechend locker geht es dann auch zu. Man wird auch häufig von wildfremden Menschen eingeladen, was in Europa doch eher unüblich ist und sollte der Heimweg zu weit sein ist es ebenfalls keine Seltenheit, dass Ihnen ein Bett für die Nacht angeboten wird (aufgrund der weiten Wege ist es außerhalb der Städte ratsam, dieses Angebot auch anzunehmen).

Gerade angekommen werden Sie schon von den ersten Australiern als „Mate“ oder „Darling“ bezeichnet werden, ohne diese Menschen jemals zuvor gesehen zu haben.
Sie sollten dabei jedoch wissen, dass dies ganz normal ist und ist nicht unbedingt ein Zeichen von Freundschaft. Mate ist eher als eine Art Kameradschaft anzusehen und auch ein Trink Kumpel im Pub ist ein Mate. Man sollte in Australien echte Probleme aber auch hier nur mit guten Freunden besprechen. Wundern Sie sich auch nicht, wenn Sie Verkäuferinnen im Supermarkt mit „Darling“ ansprechen, denn auch das ist normal und hat keine weitere Bedeutung.

Wird man gefragt wie es einem geht, so ist die Antwort immer „fine“ und auf die Frage How are you? wird auch keine andere Antwort erwartet. Es ist nur eine Floskel und kein wirkliches Interesse wie es Ihnen geht, meist wird auf diese Frage nicht einmal eine Antwort erwartet. Ein einfaches How are you? Ihrerseits ist Antwort genug.

Australier haben einen sehr eigenen Humor. Wer schon einmal in England gelebt hat, kann sich wahrscheinlich eher damit anfreunden als andere. Geflucht wird gern und häufig und es ist nicht zwingend ein Zeichen schlechter Erziehung/Bildung.
Es wird sich über jeden und alles lustig gemacht und gerade die eigene Herkunft ist ein beliebtes Thema für Zoten jeglicher Art. Auch Religion, Kultur und Politik sind eine beliebte Zielscheibe für Witze und Sprüche jeglicher Art. Sie sollten diese Scherze auf keinen Fall ernst nehmen, auch wenn das manchmal schwierig ist (z.B. bei Hitler Witzen), da diese niemals böse gemeint sind. Also nehmen Sie sich einfach selber nicht zu ernst und lachen Sie mit, dann wechselt das Thema am schnellsten wieder.

Australier können sich sehr für Europa, seine Kultur und Essen begeistern und werden sich immer für Ihre Herkunft interessieren. Auch die immer wiederkehrende Frage nach Ihrer Herkunft hat keinerlei rassistischen Hintergrund, sondern wird aus reinem Interesse gestellt.

Im gesamten Land herrscht das Gleichheitsprinzip. Theoretisch sollten daher alle Menschen gleich behandelt werden. Man muss aber leider sagen, dass dies nicht immer der Fall ist, Sie aber als Europäer zu der Sorte Einwanderer gehören, welche überaus beliebt sind.
Beruf/Einkommen/Status spielen in Australien weniger eine Rolle als das in Europa der Fall ist. Bildungsbarrieren sind hier eigentlich kein Thema und man findet so sämtliche Sozialschichten wild durcheinander gewürfelt.

Australier lieben jegliche Art von Aktivitäten, die im Freien stattfinden. Bushwalking, Surfen, im Garten Arbeiten, Barbecue, Biken und unendlich viele andere Sportarten sind sehr beliebt. Alles strömt bei gutem Wetter an die frische Luft, man liebt den eigenen Garten und schätzt ihn als zweites Wohnzimmer. Überdurchschnittlich viele Menschen betreiben sehr aktiv mindestens eine Sportart und sind als passive Fans ebenfalls involviert. Man sollte sich am besten gleich zu Beginn ein Footy Team aussuchen, welches man unterstützt. Dabei ist es ziemlich unwichtig welches, denn es geht mehr um den Spaß an der Sache. Gemeinsam feiern die Fans der verschiedenen Mannschaften nach dem Spiel friedlich zusammen und es gibt selten Probleme. Zu den Spielen kommt die ganze Familie und ein Footy Spiel ist eine sehr beliebte Wochenendaktion.

Persönlich würde ich sagen, dass Australier sehr liebenswerte und warmherzige Menschen sind mit einem leichten Hang Dinge lieber auf die lange Bank zu schieben. Wenn man aber ab und zu einmal nachhakt, kommt man meistens stressfreier und genauso gut zum Ziel. Also lehnen Sie sich zurück, genießen Sie Australien und gewöhnen Sie sich am besten direkt an die berühmte „no worries Mentalität“, dann werden Sie eine sehr entspannte Zeit Down Under haben!

Sitten und Gebräuche der Australier

 

In Australien haben es Besucher mit teils ungewöhnlichen Sitten und Gebräuchen zu tun, die in Europa kaum existieren. Nach längerem Aufenthalt findet man jedoch schnell heraus, worauf es in Down Under ankommt. Die Menschen sind lieber drinnen als draußen, vernachlässigen lieber ihre Arbeit als ihre Freizeit und sind Fremden gegenüber sehr offen und aufgeschlossen eingestellt.

Australier nehmen Neuankömmlinge schnell in ihrer Gemeinschaft auf. Die meisten Einwohner sind ebenfalls nicht von hier und erinnern sich oft an die Zeit ihrer Ankunft auf dem fünften Kontinent zurück. Egal ob im Privat- oder Geschäftsleben sprechen die Menschen einander mit dem Vornamen an und sehen das Gegenüber als gleichwertig. Steile Hierarchien sind in australischen Unternehmen weniger beliebt.

Die meisten Australier arbeiten nicht länger als 35 Stunden pro Woche. Ihr Motto lautet nicht „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“, sondern „Was du auch morgen machen kannst, solltest du niemals heute tun!“. Nachdem Arbeitstag schnappen sie sich am liebsten ihr Surfboard und genießen die letzten Sonnenstrahlen am Strand. Viele Australier lieben es auszugehen und sich mit Freunden auch während der Woche zu verabreden.

 

Wenn sich ein Freundeskreis im Pub trifft, gibt immer einer der Anwesenden den anderen eine Runde aus. Das abwechselnde Zahlen nennt sich „shouting“, da man früher laut werden musste, um die Aufmerksamkeit des Barmanns zu erhalten. Wer sich verdrückt, ohne eine Runde zu spendieren, ist seinen Ruf los. Im Pub wird größtenteils Bier vom Fass getrunken. Wenn sich Freunde gegenseitig besuchen, nehmen sie meist einen Karton Bier mit.

Wer in Australier zu einem etwas „edleren Anlass“ eingeladen wird, sollte eine Flasche Wein als Geschenk für den Gastgeber mitbringen. Der Wein sollte mehr als 15 Dollar kosten und nicht in einem Karton verpackt sein. Günstige Weine sind in Bottleshops oft nicht in Flaschen, sondern in Pappkartons zu haben. Wer bei seinem Gastgeber Eindruck schinden möchte, sollte einen Wein aus dem Barossa Valley (South Australia), Hunter Valley (New South Wales) oder aus Tasmanien wählen.

Australier laden oft und aus unterschiedlichen Anlässen zu Partys. Hier empfiehlt sich als Gastgeschenk ebenfalls eine Flasche Wein oder ein selbstgemachtes beziehungsweise gekauftes Dessert. Wer zu einer Party eingeladen wird, sollte die Einladung sobald wie möglich erwidern. Wenn der Gastgeber zu einem Barbecue einlädt, müssen die Gäste normalerweise kein Fleisch mitbringen. Wer sich jedoch unsicher ist, sollte lieber höflich nachfragen. Die Antwort ist wahrscheinlich: „No worries, mate!“.

Barbecues werden jedoch nicht nur zuhause im eigenen Garten veranstaltet, Australier verfügen meist über kleine tragbare Griller, die sie zum Strand oder Camping mitnehmen können. Offene Feuer sind aufgrund der Buschfeuergefahr fast überall untersagt, daher benutzen die Aussies entweder ihre eigenen, oder die von der Regierung bereitgestellten Barbecues an den Stränden und in Parks. Zu den Barbecues am Strand kommen neben Familienmitgliedern oft auch Freunde und Bekannte.

In Australien gibt es sehr viele Freizeitclubs. Einige davon gehören zu RSL, einem Verband von Kriegsveteranen. Täglich um 18 Uhr wird in den RSL Club zum Andenken an verstorbene Kameraden eine Schweigeminute eingelegt. Besucher, die sich zu dieser Zeit im Club befinden, müssen sich richtig Westen drehen und still verhalten. Das Militär in Australien verfügt sogar über einen eigenen Feiertag, den ANZAC Day im April. An diesem Tag werden in allen Großstädten Australiens Paraden zu Ehren des Militärs abgehalten.

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