Australien Wohnmobil – unterwegs

Der passende Campervan ist gefunden, die Entscheidung über Kauf oder Miete gefallen, die Reiseroute festgelegt: Es kann also endlich los gehen! Die erste Tour mit dem Campervan findet nun meist in irgendeiner Stadt statt, da dort das Fahrzeug übernommen wurde.

Wer städtisches Verkehrschaos nicht gewohnt ist und zudem noch keine Erfahrung mit Linksverkehr hat, wird sich auf dieser ersten Fahrt ganz gehörig konzentrieren müssen.

Aber keine Panik: Trotz hoher Verkehrsdichte, undisziplinierten Fußgängern und wild umherfahrenden Straßenbahnen ist das Autofahren in den australischen Großstädten unproblematisch, da die Australier im Straßenverkehr relativ entspannt sind.

Zudem sind sie beim Anblick eines mit jungen Menschen besetzten Campervans oftmals besonders aufmerksam und kalkulieren die üblichen Fahrfehler, wie z.B. das Abwürgen des Motors auf belebten Innenstadtkreuzungen, das „Übersehen“ von Vorfahrtsregelungen und das Fahren auf der falschen Fahrspur, von vornherein ein.

Wer Australien komplett mit dem Campervan erfahren möchte, hat sich viel vorgenommen, denn das Land ist groß, ziemlich groß sogar. Einige Beispiele für Touren, die bei Australienbesuchern beliebt sind, sollen dies verdeutlichen: 4.100 Kilometer von Sydney über Adelaide nach Perth, 4.400 Kilometer für die „Westküsten-Route“ von Perth über Coral Bay und Broome nach Darwin und 3.800 Kilometer für die „Wüsten-Route“ von Darwin über Alice Springs nach Melbourne.

Eine derartige Australien-Rundreise wird also ca. 12.300 Kilometer betragen, eine „Kleinigkeit“ gegenüber der läppischen Distanz von 2.600 Kilometern für die „Ostküsten-Route“ von Sydney über Brisbane nach Cairns.

Und nur zum Vergleich: Die Entfernung Hamburg – München beträgt ca. 780 Kilometer.

Entsprechend zur geplanten Strecke ist die Reisezeit einzukalkulieren. Rein theoretisch kann die Strecke von Sydney nach Perth mit zwei Fahrern in 3 Tagen bzw. Nächten zurückgelegt werden, allerdings ist der Spassfaktor dabei nahezu Null und Sigthseeing absolut unmöglich.

Zudem ist es ziemlich gefährlich, in der Nacht auf einsamen Strecken im Outback zu fahren, denn auf den Straßen wimmelt es nur so von Kängurus und Wallabies und Wildunfälle passieren leider häufig. Eine Distanz von 500 Kilometern pro Tag, eventuell in Abhängigkeit von den Übernachtungsmöglichkeiten und Tageszielen auch mal mehr, könnte ein sinnvoller Wert für die Zeitplanung sein.

Aber Vorsicht: Je nach Beschaffenheit der Strecke und der Witterung (z.B. tropische Stürme und Regenfälle im Norden) kann es vorkommen, dass selbst 500 Kilometer pro Tag nicht zu schaffen sind.

Dies bedeutet für die Australien-Rundreise: 25 Tage sollten eingeplant werden.

Für Touren im Outback und im Süden des Landes gehört ein warmer Schlafsack zur Ausrüstung, da insbesondere im Outback die Temperaturen nachts auf Werte um Null Grad fallen können. Auch an der Südküste, z.B. auf der malerischen Great Ocean Road, kann es durch kühle und kräftige Seewinde vom Südlichen Ozean in den Nächten empfindlich kalt werden.

Für die Übernachtung gibt es zwei Möglichkeiten: „Offizielles“ Camping auf einem Camping- oder Stellplatz oder „wildes“ Camping irgendwo. Viele Backpacker im Campervan werden sich für das „wilde“ Camping entscheiden, allerdings sollten Verbotsschilder dabei unbedingt beachtet werden:

Die Einhaltung von Campingverboten wird insbesondere an den Stränden und anderen landschaftlich reizvollen Punkten häufig kontrolliert! Toiletten und (kalte!) Duschen findet man zwar auch an vielen Stränden, aber grundsätzlich sollten auch eingefleischte „Wildcamper“ für eine (warme) Dusche oder das Waschen der Wäsche in regelmäßigen Abständen eine Übernachtung auf einem Campingplatz einkalkulieren. Kosten: Ab 15 aus$ pro Nacht zuzüglich Strom.

Für Fahrten durch das Outback oder an der teilweise menschenleeren Westküste ist die Bevorratung von Wasser und Kraftstoff überlebenswichtig. Hier sollten bei jeder Gelegenheit Wasser- und Kraftstofftanks aufgefüllt werden, damit ein unbeabsichtigter Umweg oder eine Autopanne nicht lebensbedrohlich werden.

Außerdem empfiehlt sich im australischen Sommer und Herbst das regelmäßige Abhören der Nachrichten mit den aktuellen Informationen zu Buschbränden und Hochwassern.