14. Dezember 2006

Wir schafften es, pünktlich unsere Habseligkeiten zusammenzupacken und zum Flughafen zu fahren. Ich war nach den schlechten Erfahrungen mit Air New Zealand ziemlich aufgeregt und hoffte, dass dieses Mal alles unkompliziert ablaufen würde. Um nicht mit zu viel Handgepäck am Schalter aufzukreuzen, nahmen wir nur unsere Koffer mit, die wir aufgeben wollten und ließen alles andere im Auto. Der Parkplatz lag direkt vor der Abflughalle und war zum Glück auch für Campervans mit Hochdach geeignet, in ein Parkhaus hätten wir nicht gepasst.

Beim Check-in ging der Stress schon wieder los. Wir hatten zu zweit 49 kg Gepäck, 23 kg pro Nase waren erlaubt. Uns blieb die Wahl: Auspacken oder Übergepäck bezahlen. Da Air New Zealand schon beim letzten Flug genug von mir kassiert hatte, holten wir zähneknirschend unsere Schuhe und dreckige Wäsche aus dem Koffer. Das stellte uns vor neue Probleme, denn wir hatten eh schon zu viel Handgepäck. Darüber wollte ich aber erst später nachdenken, zunächst mussten wir noch zu Britz, um unseren Camper abzugeben.

Die Rückgabe verlief ganz locker und schon nach kurzer Zeit saßen wir im Shuttle-Bus zum Flughafen. Wir hatten noch über drei Stunden Zeit und so schlenderte ich gemütlich durch die Duty-free-Läden während Nicklas das restliche Münzgeld bei McDonald’s in Burger umsetzte.

Ich hatte den Moment so lange wie möglich hinausgezögert, aber irgendwann schlug die Stunde der Wahrheit und wir mussten durch die Handgepäckkontrolle. Dort war die Hölle los. Menschenmengen drängten und schoben in einer langen Schlange vor sich her. Als wir endlich dran waren, stellte der Kontrolleur fest, dass wir noch keine Ausreisesteuer bezahlt hätten. Wir wurden durch eine Tür geschleust und landeten direkt in einer Bank. Dort mussten wir unseren Obolus entrichten – aber erst, nachdem wir erneut angestanden hatten. Langsam wurde die Zeit knapp, denn als wir gezahlt hatten, mussten wir uns wieder ganz hinten an der Handgepäckkontrolle einreihen.

Plötzlich drängte an uns ein Mann vorbei, der es eilig hatte zum Gate zu kommen. Ich ergriff die Chance und hängte mich mit Nicklas hinten dran. Zum Glück machten die anderen Passagiere alle Platz und wir kamen gut voran. Als wir schon fast durch waren, kam der Kontrolleur hinter uns her und verlangte, dass wir unseren Trolley (der als Handgepäck viel zu schwer war) auf eine Waage stellten.

Natürlich war an der Waage auch viel los, denn fast jeder Zweite hatte einen Trolley dabei. Wir versuchten, das allgemeine Chaos für uns auszunutzen und in der Menge zu verschwinden. Leider merkte es die Mitarbeiterin und holte uns wieder zurück. Es klingt fast unglaublich, aber wir probierten es noch einmal und es klappte, wir konnten entwischen. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn sie unseren Trolley gewogen hätten. Wahrscheinlich hätten wir ihn auch auspacken und die restlichen Sachen beim Check-in aufgeben müssen – wo wir dann reif für die Übergepäckgebühr gewesen wären.

Mir schlug das Herz bis zum Hals, als wir an der Grenzkontrolle standen. Ich erwartete, dass die Gepäckkontrolleure uns noch finden würden, aber wir hatten Glück, es kam keiner mehr. Fix und fertig mit den Nerven erreichten wir das Abfluggate.

Ich muss eingestehen, dass es vollkommen in Ordnung ist, dass das Handgepäck auf sein Gewicht überprüft wird. Wenn es zu schwer ist und nicht richtig verstaut wird, kann es wirklich zu schlimmen Verletzungen führen, falls es im Flieger aus dem Gepäckfach fällt. Deswegen kann ich nur jedem raten, sich an die Vorschriften der Fluggesellschaften zu halten und nicht mehr als sechs bis acht Kilo einzupacken. Ich habe auch festgestellt, dass an vielen Flughäfen immer strenger darauf geachtet wird und so einen Stress, wie wir ihn hatten, braucht kein Mensch.

Der Flug nach Perth dauerte siebeneinhalb Stunden. In absolut positiver Erinnerung werden wir eine Flugbegleiterin namens Kim behalten. Sie kümmerte sich während des gesamten Fluges so freundlich und zuvorkommend um uns, wie ich es selten erlebt habe. Sie ist der Grund, dass Air New Zealand ein paar Pluspunkte in meiner Meinung gewonnen hat.

Ich fühlte mich erleichtert, als ich wieder australischen Boden unter den Füßen hatte. Alles war in bester Ordnung. Dieses Mal fehlte kein Gepäckstück, die Sonne schien, es war warm und wir fanden sofort ein Taxi in die Stadt.

Unser Hotel, das Comfort Inn Wentworth Plaza, lag im Herzen der City in der Murray Street. Das Zimmer war nicht unbedingt der Knüller, aber sauber und mit Miniküche, Toilette und Dusche ausgestattet. Ich freute mich, mitten im Stadtleben zu wohnen und wir gingen so schnell wie möglich auf Erkundungstour. Vor drei Jahren war ich schon mal in Perth und erkannte vieles wieder.

Relativ schnell machte sich die Zeitverschiebung bemerkbar. Wir mussten die Uhren vier Stunden zurückstellen. Zudem war der Tag sehr anstrengend. Eigentlich wollte ich noch mit Nicklas in seinen Geburtstag hineinfeiern, aber wir schafften es nicht mehr und legten uns schlafen.